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Kreuzverhör

Zwischen Genie und Wahnsinn- 5 Persönlichkeiten der Weltgeschichte, die dem Wahnsinn verfallen sind

Schon vor 2500 Jahren brachte der Wissenschaftler Aristoteles Genie und Wahnsinn in einen Zusammenhang. Der Schmale Grat, der diese beiden Extreme trennt, ist mitunter kaum zu erfassen: ob jemand ein Genie ist oder dem Wahnsinn verfallen, lässt sich manchmal nicht klar sagen. Das Phänomen Genie oder Wahnsinniger beschäftigt Forscher schon sehr lange. Kein Wunder also, dass sich sämtliche Geschichten um große Persönlichkeiten der Weltgeschichte ranken, bei denen Genie oder Wahnsinn nicht zu trennen waren. Einige von ihnen schienen allerdings ganz klar dem Wahnsinn verfallen:

1. Kaiser Caligula (Julius Caesar)

Von ihm wurde das Wort „Caesarenwahn“ geprägt: Gaius Julius Caesar, genannt Caligula, regierte nur vier Jahre das Imperium Romanum. In diesen vier Jahren schaffte er es, zum meistgehassten Mann des Imperiums zu werden. Caesar galt als potentieller Thronfolger zunächst als Ausbund von Disziplin und Zurückhaltung. Das änderte sich, als Caesar als Herrscher des Römischen Reiches eine teuflischen Plan, in den die Familienmitglieder, Konsulare und Provinzstatthalter verstrickt waren, aufdeckte. Dieses Ereignis gilt als Ursache, das aus dem relativ umgänglichen Kaiser ein „blutrünstiges Scheusal“ gemacht haben soll. Er nahm die adligen Gefangen, ließ sie foltern, gab Morde in Auftrag, verprasste das Geld des Staates und zwang Kinder von adligen zur Prostitution. Auf dem Höhepunkt seines Wahnsinns soll er damit geprahlt haben, sein Lieblingspferd zum höchsten Amtsträger zu berufen.

2. König Heinrich VIII.

Heinrich der VIII. verkörpert den Schmalen Grat zwischen Genie und Wahnsinn, sein Leben liest sich wie ein Krimi-Bestseller: Er begann mit den Qualitäten des gut aussehenden und gebildeten Prinzen und endete als tyrannisches Ekel, das dem Wahnsinn verfallen schien. Zwischen diesen beiden Extremen liegen sechs königliche Ehen, die für einige seiner Ehefrauen mit der Hinrichtung endeten, der totale Bruch mit der Katholischen Kirche in Rom und einige launenhafte Tyranneien und diabolische Pläne des englischen Königs. Durch diese launenhafte Zeit zieht sich die geradezu wahnsinnige Suche nach einem männlichen Thronfolger wie ein roter Faden. Den ersehnten männlichen Thronfolger gab es nicht- Heinrich VIII. endete als misstrauisches, depressives und vom Volk gehasstes tyrannisches Ekel, dass durch sein Übergewicht immobil geworden war und wegen seiner Beingeschwüre unmajestätisch übel roch.

3. Vincent van Gogh

Vincent van Gogh- das Genie am Rande des Wahnsinns. Der weltberühmte Impressionist machte nicht nur durch seine einzigartige Kunst von sich reden. Auch der Wahnsinn, der van Gogh scheinbar zu Lebzeiten umtrieb, wird immer wieder thematisiert. Seine Kunst spiegelt seine Genialität wieder, mit der er die moderne Malerei begründete. Mit zunehmendem Erfolg wurde van Goghs Verhalten immer auffälliger: er litt unter Wahnvorstellungen und Albträumen, nach einem Streit trennte er sich sein kompletten linkes Ohr ab. Dies gilt als Manifestation seines „Wahnsinns“. Van Gogh verbrachte daraufhin viel Zeit in sogenannten Nervenheilanstalten, mit mäßigem Erfolg. Van Gogh beendete sein Leben, in dem er sich eine Kugel in die Brust schoss. Seit dem beschäftigten sich auch Ausstellungen mit der Frage, wie viel Wahnsinn es braucht, um ein Genie zu sein.

4. Ludwig van Beethoven

Ludwig van Beethoven gilt als einer der größten Komponisten aller Zeiten. Sein Werk begeistert noch heute Klassikfans, aber auch die, die eigentlich nichts mit klassischer Musik am Hut haben, kennen seine markanten Stücke. Dennoch blieb der Mensch Beethoven immer rätselhaft und widersprüchlich: Als Kind soll er ein Einzelgänger gewesen sein, seine zwischenmenschlichen Beziehungen blieben auch später schwierig. Als sein Bruder verstarb, übernahm er das Sorgerecht für seinen Neffen, obwohl dessen Mutter noch lebte und erzog ihn derart streng, dass dieser einen Selbstmordversuch unternahm, um dem Leben bei seinem Onkel zu entfliehen. Allgemein galt Beethoven als launisch und schwierig, er tyrannisierte sein Hauspersonal, das es nur selten länger bei ihm aushielt, außerdem wechselte er ständig seinen Wohnort. Als Grund für den Wahnsinn, dem bei Beethoven mit dem Alter zunehmend verfiel, gilt die zunehmende Taubheit, die ihn bereits im Alter von 27 Jahren befiel. Beethoven komponierte weiterhin obsessiv neue Werke, sogar dann noch, als er völlig taub war. Sein musikalischer Nachlass zeichnet sich durch eine Unberechenbarkeit aus, die womöglich auch dem zunehmenden Wahnsinn geschuldet ist.

5. John Forbes Nash

Der Oscar-Premierte Film „A Beautiful Mind“ behandelt sein Lebent- John Forbes Nash Jr. galt als Mathematik-Genie, das zeitweise dem Wahnsinn verfallen war. Nash löste mathematische Probleme, die bis dahin als unlösbar galten, Ende der 50er-Jahre war er als führender Mathematiker anerkannt. Im Jahr 1959 wurde bei ihm eine paranoide Schizophrenie diagnostiziert. Nashs „Wahnsinn“ zeigte sich in Gewalttätigkeit und dem Hören von Stimmen. Es folgten mehrere Aufenthalte in psychiatrischen Kliniken, in dieser Zeit brachte Nash keinerlei Publikationen mehr heraus. Erst Anfang der 90er Jahre fiel den Mathematikern in Princeton, wo Nash mittlerweile lebte und oft auf dem Campus zu sehen war, auf, dass Nash alte Teile seiner Problemlösungsfähigkeiten wiedererlangt hatte. Im Jahr 1994 erhielt Nash zusammen mit zwei Kollegen den Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften für die gemeinsamen Leistungen auf dem Gebiet der Spieltheorie. Seine ständige Begleiterin war seine Frau, die sich zwar von ihm scheiden ließ, ihn aber immer unterstützte. Im Jahr 2001 heirateten die beiden zum zweiten Mal.

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