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Rechtsmediziner
Thriller

Was tut ein Rechtsmediziner?

Egal ob Buch oder Film, Tess Gerritsen oder Navy CIS: Die Ermittlungsarbeiten des fähigsten Kommissars wären nichts, ohne die Untersuchungsergebnisse eines Rechtsmediziners. Denn wie bereits in Büchern, Filmen und Serien gezeigt, liefert die Pathologie eben jene Informationen, die für die Überführung eines Täters nicht selten entscheidend sind. Schenkt man den Autoren glauben, so sind Rechtsmediziner dabei auch immer die etwas schrägen Vögel. Das verwundert kaum, schaut man sich das Berufsbild eines Forensiker einmal genauer an. Hier findest Du alle Informationen über den Beruf des Rechtsmediziners!

1. Das Berufsbild Forensiker

Ein Rechtsmediziner wird all jenen Fällen hinzugezogen, in denen von einer nicht-natürlichen Todesart gesprochen wird. Das bezieht sich folglich insbesondere auf Mord- und Unfallopfer. Die Polizei und andere Ermittler ziehen in diesen Fällen einen Gerichtsmediziner zur Hilfe, um genaue Auskünfte wie Todesart, Todeszeitpunkt oder Tathergang zu erhalten. Ebenfalls untersucht werden gelegentlich Todesfälle in Krankenhäusern, die plötzlich oder bei einer OP erfolgen.

Hierfür untersucht ein Pathologe nicht nur den Leichnam, sondern zieht auch histologische Aspekte mit in Betracht, um zu einem schlüssigen Ergebnis zu kommen. Geschieht die Untersuchung im Laufe einer Ermittlung, folgt nicht selten eine gerichtliche Aussage. Gerichtsmediziner arbeiten dabei häufig 45 und mehr Stunden pro Wochen, erhalten dafür aber ein Einstiegsgehalt von 3.500€ brutto, das sich später zwischen 4.000€ und 5.000€ brutto einpendelt.

2. Forensik studieren

Der Weg in die Pathologie führt über ein Rechtsmedizin Studium, das an nahezu allen größeren Universitäten in Deutschland angeboten wird. Zu beachten ist an dieser Stelle, dass die Voraussetzungen für die Zulassung die gleichen sind, wie die für ein Medizinstudium. Der Großteil des Studiums wird tatsächlich gemeinsam mit angehenden Ärzten absolviert, inklusive der fordernden Staatsexamen. Neben dem üblichen Numerus Clausus, der in Deutschland zur Zeit zwischen 1,0 und 1,2 liegt, muss auch der sogenannte Medizinertest bestanden werden.

In Deutschland erhalten im Schnitt 10% der gesamten Bewerber eine Zusage für einen Studienplatz der Medizin. Deswegen sind auch für angehende Rechtsmediziner ausländische Universitäten eine gern genutzte Alternative. In Österreich etwa ist die Abitur egal, hier zählt nur das Abschneiden im Medizinertest. Andere Länder Europas, wie Polen, Tschechien oder Ungarn, bieten sogar extra Studiengänge der Medizin komplett auf Deutsch oder Englisch an, um deutsche Abiturienten zu locken. Hier erhalten nicht nur mehr Bewerber einen Platz, die Lebenshaltungskosten sind zumeist auch um einiges günstiger als in Deutschland.

3. Der Studienaufbau der (Rechts-)Medizin

Das Studium der Rechtsmedizin erstreckt sich im Schnitt über 12 Semester, die in zwei große Teile unterteilt sind, die jeweils mit einer Prüfung abschließen. Der erste Teil des Studiums ist der sogenannte vorklinische Teil, der sich über 4 Semester erstreckt. Hier werden die Grundlagen in den Bereichen Biologie, Chemie, Physik, Biochemie und Physiologie vermittelt. Begleitet wird dies von Praktika in Krankenhäusern und Präparierkursen, in denen Leichen seziert werden. Am Ende muss der erste Teil der ärztlichen Prüfung abgelegt und bestande werden.

Die restlichen 8 Semester werden auch als klinischer Teil des Studiums bezeichnet. Hierfür stehen in den Semestern 5 bis 10 die Diagnose und Behandlung von Krankheiten im Mittelpunkt. Gelehrt wird unter anderem in den Bereichen Allgemeinmedizin, Chirurgie, Dermatologie, Neurologie, Cardiologie und Pathologie. Die letzten beiden Semester werden als praktischer Teil in einem Krankenhaus absolviert. Es folgt die zweite ärztliche Prüfung, nach der man offiziell als Mediziner arbeiten darf.

4. Facharztausbildung zum Forensiker

Ähnlich wie das Berufsbild des Cardiologen oder Orthopäden, muss dem regulären Medizinstudium eine sogenannte Facharztausbildung folgen. In diesem Fall eine fünfjährige Weiterbildung in Kliniken oder rechtsmedizinischen Instituten zum Rechts- oder Gerichtsmediziner. In dieser Zeit studiert man hauptsächlich die Bereiche Pathologie, Psychiatrie, Psychotherapie und forensische Psychologie.

Die genauen Inhalte des Lehrplans bereiten dabei auf die spätere Arbeit als Forensiker vor. Gelehrt wird daher unter anderem die Leichenschau und zugehörige Sektionstechnik, die Auswertung und Beurteilung von Spuren, das Verfassen schriftlicher und mündlicher Aussagen und die forensische Molekulargenetik. Im Anschluss daran ist noch einmal eine Prüfung abzulegen, die im Anschluss als Facharzt für Rechtsmedizin ausweist.

5. Berufsfelder und Einsatzgebiete

Die klassischen Positionen für Gerichtsmediziner beim Landes- oder Bundeskriminalamt, an Krankenhäusern oder im gerichtsärztlichen Dienst sind tatsächlich eher rar gesät. Aufgrund der zuvor durchlaufenen medizinischen Ausbildung sind die Einsatzgebiete jedoch weit gefächert. Gut ausgebildete Mediziner finden immer eine Anstellung, der Facharzt ist gerade als Allgemeinmediziner meist zweitrangig.

Aufgrund der intensiven biologischen und chemischen Ausbildung kommen für Rechtsmediziner auch Pharmaunternehmen oder private Biologielabore als Arbeitgeber in Frage. Nach dem Facharzt kann auch eine nochmalige Fortbildung helfen, im gewünschten Sektor einen Job zu bekommen. Möglich sind hier Weiterbildungen in Richtung Kriminologie, medizinische Informatik oder Gesundheitsökonomie.

Wie differenziert die Arbeit eines Rechtsmediziners ist und wie wichtig ein forensischer Befund für die Ermittlungen in einem Mordfall sein kann, erfährt auch David Hunter in Simon Becketts die Chemie des Todes. Nach dem Unfalltod seiner Frau und Tochter hat der einst berühmteste Gerichtsmediziner Englands London den Rücken gekehrt. Im beschaulichen Manham arbeitet er nun als Allgemeinmediziner, bis zwei Jungen die Leiche von Sally Palmer finden, der örtlichen Schriftstellerin. Während Hunter, auf Drängen des ansässigen Chief Inspectors die Leiche obduziert, verschwindet eine weitere Frau - und die Dorfgemeinschaft richtet ihren Verdacht gegen Hunter, der noch immer als Fremdling gilt. Kann David den Fall lösen, bevor ihn der Hass eines ganzen Dorfes überrollt?

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