Topkrimi - exciting eBooks
Seltene Erden Mineral
Thriller

Was sind seltene Erden und wofür braucht man sie?

Hört man den Begriff seltene Erden als Laie, hat man zunächst einmal gar keine Vorstellung und dann den naheliegenden Gedankengang: Es geht hier wohl um Erde! Dass dem leider nicht so ist, zeigt sich bereits bei einer ersten Google-Suche und dem zugehörigen Wikipedia-Eintrag. Dort findest Du nämlich nicht nur heraus, dass mit Erden Metalle gemeint sind, sondern auch, dass diese Metalle gar nicht mal so selten sind. Wieso dann aber dieser Name? Und wofür braucht man diese seltenen Erden denn eigentlich? Wir haben uns für Dich auf Entdeckungsreise gemacht!

1. Seltene Erden - Der Begriff

Der Begriff "seltene Erden" ist gleich im doppelten Sinne irreführend. Denn eigentlich steht dieser abgekürzte Begriff für die sogenannten Metalle der seltenen Erden – oder auch Seltenerdmetalle. Dass aus Metallen auf einmal Erden werden, liegt an ihrer chemischen Beschaffenheit und an ihrer Entdeckung. Erstmals wurden diese Metalle in Mineralien gefunden. Die Trennung von Mineral und Metall setzte das Vorkommen der Metalle als sogenannte Oxide voraus. Und diese Oxide wurden früher auch Erden genannt.

Neben der Verwirrung zwischen Erden und Metalle führt auch der Begriff "selten" in diesem Zusammenhang ein wenig in die Irre. Denn selten sind diese Metalle tatsächlich nicht. Insgesamt gehören 17 Elemente zur Gruppe der Seltenen Erden (abgekürzt SE im Periodensystem). Das seltenste und dabei noch stabile Element dieser Gruppe, Thulium, kommt in der Erdkruste immer noch häufiger vor als etwa Gold oder Platin. Auch hier liegt der Grund im Zeitpunkt ihrer Entdeckung. Damals waren die zugehörigen Mineralien, aus denen die Erden gewonnen werden, tatsächlich noch selten und ihr Vorkommen kaum erforscht.

2. Seltene Erden - Das Vorkommen

Bereits im Jahr 1992 erkannte China, dass die Zukunft ihres Landes in den seltenen Erden liegt. Zwar sind die Metalle bei weitem nicht so selten, wie zunächst vermutet. Dennoch sind die weltweiten Vorkommen über weite Strecken verteilt. Und selbst innerhalb dieser Vorkommen sind die abbaubaren Mengen verhältnismäßig klein, verglichen mit anderen Edelmetallen oder Mineralien. Der Abbau der seltenen Erden gestaltet sich daher häufig kompliziert.

Die größten bislang erschlossenen Vorkommen finden sich daher tatsächlich in China (ca. 36 Millionen Tonnen) und in den USA (ca. 13 Millionen Tonnen). Weitere Vorkommen befinden sich in in den GUS-Staaten, Brasilien, Indien und in Malaysia. Ein weiteres großes Abbaugebiet könnte in Grönland entstehen, hier werden bis zu 2,6 Millionen Tonnen vermutet. Ein möglicher Abbau der seltenen Erden wird hier aber noch diskutiert.

3. Seltenerdmetalle - Der Abbau

Seltene Erden sind innerhalb weniger Jahre zum liebsten Metall der High-Tech-Industrie geworden. Von der starken Nachfrage hat vor allem China zunächst profitiert. Als Hauptlieferant zeigte sich das Land zuverlässig, bis es die Ausfuhr 2010 stark einschränkte. Hauptgrund dafür soll der Schutz der Umwelt sein. Denn der Abbau der Metalle ist nicht nur für die Minenarbeiter, sondern auch für die Umwelt eine starke Belastung.

Das liegt vor allem daran, dass zur Aufbereitung der Metalle giftige Substanzen eingesetzt werden. Die beliebten Metalle, die zum Teil selbst hochgiftig sind, werden mit Säure aus den Bohrlöchern gewaschen. Dabei werden teilweise sogar radioaktive Isotope freigesetzt. Der verschmutzte Schlamm bleibt nach dem Abbau genauso zurück, wie die teilweise freigesetzten Schwermetalle, Arsen oder Fluorverbindungen.

4. Seltene Erden - Die Verwendung

Ein kostspieliger Abbau und eine starke Belastung für die Umwelt: Wofür genau werden die Seltenerdmetalle nun eigentlich benötigt? Für so ziemlich alles, was etwas mit Elektro- oder High-End-Technologie zu tun hat. Die strahlenden Farben im Plasmabildschirm haben wir genauso den Metallen zu verdanken, wie den Touchscreen auf unseren Smartphones. Akkus vom Laptop bis zur Kamera, Tracking-Devices und nicht zuletzt Smartwatches benötigen die Metalle.

Doch die Anwendungsbereiche der seltenen Erden hören da noch nicht auf. Neben den täglichen Helfern finden sich die nützlichen Metalle auch in umweltbewussten Technologien. Solaranlagen und Windkraftwerke kommen ohne die Erdmetalle nicht aus. Gleiches gilt aber auch für die Automobilindustrie. Hier werden die Metalle beispielsweise für Hybrid-Motoren benötigt.

5. Seltene Erden - Die Investition

Ein derart häufig gehandeltes und gut bezahltes Metall ist natürlich auch den Börsenspekulanten ein Begriff - zumindest als Investition in Form von seltene Erden Aktien. Dass Rohstoffe gerne als Anlagewerte genutzt werden ist kein Geheimnis. Gold und Silber etwa gehören bereits seit Jahrzehnten zum Standard-Analagewert, da die Werte hier stabil bleiben. Gleiches gilt mit zunehmendem Maß nun auch für die Seltenerdmetalle.

Der übliche Schritt bei einer Investition in Rohstoffe im Allgemeinen und in diesem Fall in Erdmetalle im Besonderen, ist der Kauf von Aktien bestimmter Minengesellschaften, die diese Rohstoffe fördern. Die bekanntesten Gesellschaften liegen in diesem Fall in China, den USA, Kanada und Australien. Zusätzlich kann auch in spezielle Fonds oder Zertifikate investiert werden. Erworben werden können Aktien, Fonds oder Zertifikate über die Börsen in Frankfurt oder Stuttgart oder mittels einer Wertpapierkennnummer über Online-Broker.

Dass kriminelle Machenschaften und Gruppierungen an der Tagesordnung sind, sobald es um eine beträchtliche Summe Geld geht, ist kein Geheimnis. Deswegen verwundert es auch kaum, dass auch die Seltenerdmetall-Branche nicht frei von Korruption oder Kinderarbeit ist. Wie gnadenlos und gefährlich die Branche wirklich ist, schildert Veit Etzold in seinem Thriller Todesdeal. Hier wird der junge Berliner Journalist Martin von seinem Auftraggeber in den Kongo geschickt. Er soll dort Recherchearbeit leisten für einen Artikel über die Minenarbeiten. Kaum im Kongo angekommen, wird der junge Deutsche von einem der ansässigen Warlords in Geiselhaft genommen. Und schließlich von einer Geschäftsfrau aus Ruanda ausgelöst. Doch damit ist Martins Ausflug in den Technologiekrieg des 21. Jahrunderts noch nicht vorbei. Zu spät wird ihm klar, dass dieser Krieg größer ist, als es zunächst schien und dass dieser Auftrag sein letzter gewesen sein könnte.

Zurück zur Übersicht