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Wahre Fälle

True Crime – die spektakulärsten Fälle unserer Zeit

Lesezeit 12 min

Als Fan von Krimis und spannenden Thrillern sind True Crime-Fälle für Dich bestimmt auch immer etwas wirklich Besonderes. Mord und Totschlag, Drogen und Prostitution, Serienkiller und Psychopathen – Bücher, die sich mit wahren Kriminalfällen beschäftigen, erleben derzeit einen regelrechten Boom. Kein Wunder, denn selten erhält man einen so direkten und authentischen Einblick in die Arbeit von Ermittlern – und natürlich in die Abgründe der Täter.

Hier findest Du einen Überblick über die spektakulärsten Kriminalfälle unserer Zeit, die größtenteils schon mehrfach literarisch oder filmisch verarbeitet wurden. Hinweise auf Filme, Bücher und/oder Serien werden Dir selbstverständlich auch nicht vorenthalten. Tauche einfach ganz tief ein in die düstere Welt des True Crime und gibt Dich den wohligen Schauern hin, die Dir den Rücken hinablaufen werden – einige Fälle sind nämlich ganz und gar unglaublich!

Manfred Seel – der Mörder mit der Klarinette

Der erste True Crime-Fall hätte sich eins zu eins genauso auch in Deiner Nachbarschaft abspielen können. Es geht um den Mörder mit der Klarinette. Manfred Seel starb im Alter von 67 Jahren an den Folgen eines Krebsleidens und galt zu Lebzeiten als umgänglicher, unkomplizierter und unauffälliger Zeitgenosse. Er spielte Klarinette in einer Jazzband und kam mit Freunden und Verwandten immer gut klar.

Nach seinem Tod und seiner Beerdigung machte sich seine Tochter schließlich an die Sichtung und Auflösung seines Haushaltes – und stieß dabei auf einen unfassbaren Fund. In der Garage lagerten zwei blaue Fässer. In ihnen lagen konserviert die Leichenteile einer jungen Frau – grausam verstümmelt, mit amputierten Gliedmaßen und schaurigen Wunden, die ihr mutmaßlich zugefügt wurden, als sie noch lebte.

Die Polizei und Sonderermittler gingen davon aus, dass diese obsessive Tat darauf hinwieß, dass der Mörder nicht zum ersten Mal zugeschlagen hatte. Auch im Keller fand sich Ungeheuerliches, das diesen Verdacht erhärtete: Ein Konglomerat an gewaltpornographischen Darstellungen in Form von Bilddateien, japanischen Mangas, aber auch kinderpornographische und kannibalistische Motive. Stück für Stück stellte sich heraus, dass der nette Hobby-Klarinettist Manfred Seel ein grausames Doppelleben führte, in dem er zwischen fünf und zehn Menschen auf bestialische Weise ermordet haben soll. Zu seinen Opfern gehört auch der gerade einmal 13-jährige Tristan Brübach, dessen Mord eine ähnliche Handschrift trug. Im True Crime-Thriller „Wolfswut“ von Andreas Gößling tauchst Du ein in die spannende Ermittlungsgeschichte und in den persönlichen Horror der hinterbliebenen Tochter. Weitere Infos findest Du unten.

Harvey Glatman – der erste Serienmörder

Harvey Glatman, der als erster Serienmörder zu trauriger Berühmtheit gelang, verkörpert Gewissermaßen den Prototypen des Serienmörders. Geboren in den 1920er Jahren trieb er vor allem in den 40ern und 50ern sein Unwesen und ging als jener „Serial-Killer“ in die Geschichte ein, der als erster seine Taten mit der Fotokamera dokumentierte.

Er wuchs in Denver als Einzelkind bei seinen Eltern in mittelständischen Verhältnissen auf. Verhaltensauffälligkeiten zeigte er bereits in seiner frühen Jugend, als er von seinen Eltern masturbierend und bei Strangulationsspielen erwischt wurde. Nach Prügeleien und Besuchen beim Psychiater blieben weitere Auffälligkeiten seitens Harvey aus. Er wurde als fleißiger und wissbegieriger Schüler wahrgenommen, verhielt sich brav, war jedoch auch außergewöhnlich still und schüchtern. Erst in der Pubertät fingen seine Mitschüler an, ihn auszugrenzen und zu hänseln. Wegen seiner großen, abstehenden Ohren und der Hasenzähne nannten Sie ihn „Backenhörnchen“.

Glatman zog sich immer mehr in seine eigene Welt zurück, zu der niemand sonst einen Zugang hatte. Er wuchs heran. Gelangweilt von seinen Würgespielchen suchte er sich bald neue Aktivitäten, die ihm einen Kick versetzten: Er brach in fremder Häuser ein. Dabei ging es ihm nicht um Diebstahl, – nur selten nahm er überhaupt etwas mit – sondern vielmehr um die Tatsache, dass er in die Intimsphäre anderer Leute eindrang. Als er bei einem seiner Streifzüge eine Pistole fand und mitnahm, erreichten seine illegalen Aktivitäten eine neue Eskalationsstufe: Er fühlte sich mächtig, zumal er bei allem unbeobachtet blieb und nicht erwischt wurde. Nun begann er Frauen auf der Straße nachzustellen, folgte ihnen bis nach Hause und spähte sie aus. Wenn die Frauen allein lebten, überraschte er sie in ihren Appartements, bedrohte sie mit der Waffe, fesselte sie mit seinem Seil ans Bett und befriedigte sich vor ihnen, während sie so tun sollten, als ob ihnen das gefalle. Damals war Glatman 16 Jahre alt. So begann seine kriminelle Karriere und seine Obsession auf junge, hübsche Frauen.

Im Laufe der nächsten zehn Jahre sollte er zahlreiche Frauen auf diese Weise belästigen und vergewaltigen und im Rahmen mehrerer Gefängnisaufenthalte über zehn Jahre absitzen. Im Gefängnis wurde er jedoch nicht geläutert, sondern nur schlauer. Mit 27 Jahren brach er alle Brücken ab und zog nach L.A., wo auch damals schon schöne Frauen nach Ruhm suchten. Glatman gibt sich als Fotograf für ein Nacktmagazin aus und sucht seine Opfer von nun an per Zeitungsinserat. Stets machte er zunächst ein paar Aufnahmen von den Damen, fesselte sie dann mit einem Hanfseil und bedrohte sie derweil mit einer Pistole. Doch jetzt ging er noch einen Schritt weiter und tötete sie im Anschluss. Als eine Frau sich losreißen und fliehen konnte, wurde Harvey Glatman gefasst und 1959 zum Tode verurteilt. Er quittierte das Urteil mit den Worten: „It’s better this way“ (dt. „Es ist besser so“). Aufgrund seiner ritualisierten Vorgehensweise wurde er als der erste sogenannte Signature Killer bekannt, also als ein Serienmörder, dessen Taten eine eigene Handschrift trugen.

O.J. Simpson – Mord aus Eifersucht

Es ist der Klassiker: Ein verlassener Ehemann ersticht seine Ex-Frau und deren neuen Liebhaber in Flagranti im eigenen Bett. Eigentlich würde es diese Meldung in einer Großstadt wie Los Angeles – in der sich der Fall zutrug – gerade einmal in die Rubrik „Sonstiges“ schaffen. Doch dieser Fall sollte in die Geschichte eingehen, denn der Täter war niemand geringeres als Sportikone und Schauspieler O.J. Simpson.

Die Indizien am Tatort sind eindeutig und zeigen ausschließlich in eine Richtung: Simpsons Fingerabdrücke fanden sich auf der Tatwaffe. Am Tatort wurden blutige Fußspuren sichergestellt, die von italienischen Schuhen einer bestimmten Marke stammten, die in den USA damals nur äußerst selten verkauft wurden – O.J. Simpson besaß jedoch solch ein Paar. Außerdem wurde ein blutbefleckter Handschuh gefunden – der zweite befand sich in Simpsons Gästehaus. Nicht nur die Prominenz des Hauptverdächtigen sorgte so für viel Aufmerksamkeit, sondern auch der mediale Hype, der bis dahin einmalig in der Geschichte war.

Dieser Hype begann schon in einem frühen Stadium, als die Polizei wenige Wochen nach der Tat im Haus von Simpson auftauchte, um diesen aufgrund der Beweislage festzunehmen. Simpson jedoch flüchtete sich in seinen Geländewagen und lieferte sich eine rasante Verfolgungsjagd mit den Beamten, die über fünf Tage dauerte. Es war die erste Verfolgungsjagd, die von einem Helikopter aufgenommen und live im Fernsehen übertragen wurde. Auch der Gerichtsprozess, der vor Skandalen nur so strotzte, wurde live übertragen. Die Strategie der Verteidigung basierte auf der Rassenfrage – man versuchte die Begründungen der Anklage damit auszuhebeln, dass man die Beweggründe auf Rassismus zurückführte, weil O.J. Simpson ein Afroamerikaner ist. Auch die Frage mit den Handschuhen entwickelte sich zu einer Blamage: Als Simpson auf Initiative seiner Verteidigung die am Tatort gefundenen Handschuhe anprobieren sollte, passten ihm diese gar nicht. Später kam heraus, dass Simpson zuvor absichtlich seine Arthritis-Medikamente abgesetzt hatte und deshalb stark geschwollene Hände hatte. Außerdem trug er durchsichtige Latexhandschuhe, die niemand bemerkte. O.J. Simpson wurde freigesprochen. Doch bis heute streiten Experten über seine Schuld oder Unschuld.

Die Geschichte jedoch wurde bereits mehrfach in True Crime-Büchern und -Filmen verarbeitet, mal dokumentarisch, mal fiktional unterfüttert. Zuletzt brachte die Netflix-Original-Serie den Fall zurück in den Fokus der Öffentlichkeit.

True Crime: Faszination Serienmörder

Serienmörder faszinieren mit ihrer unmenschlichen Grausamkeit. Unbegreiflich erscheint es dem harmlosen Otto Normalverbraucher, wie ein Mensch häufig über viele Jahre hinweg blutrünstige Taten verüben und dabei scheinbar jede Menschlichkeit vergessen kann. Über den ersten sogenannten Signature Killer Harvey Glatman hast Du bereits gelesen. Im Folgenden erfährst Du in groben Zügen, was die spektakulärsten True Crime-Serienkillerfälle charakterisierte.

Charles Manson und die Family

Charles Manson ist wohl der berühmteste Serienmörder der Geschichte. Er war mehr als ein gewöhnlicher Killer – und vor allem lebte er weniger zurückgezogen. Vor seiner Festnahme im Jahre 1969 war Manson spiritueller Guru, Sektenführer, gefeierter Hippie und so etwas wie ein Rockstar. Gleichzeitig war er ein blutrünstiger Killer und ein manipulativer Soziopath. Als kultischer Sektenführer machte er Männer und Frauen hörig, verwandelte sie in seine Sexsklaven und brachte sie dazu, gemeinsam mit ihm sieben bestialische Morde zu begehen. Unter den Opfern fand sich übrigens auch die schwangere Frau des Hollywoodregisseurs Roman Polanski. In L.A. verbreiten die scheinbar wahllosen Morde Angst und Schrecken. Manson wurde zu lebenslanger Haft verurteilt und starb 2018 im Alter von 77 Jahren.

Der Zodiac Killer

Der sogenannte Zodiac-Killer wurde bis heute nicht gefasst und nicht einmal zu 100 Prozent identifiziert. Nachdem der Fall viele Jahre lang unter den sogenannten Cold Cases ad acta gelegt wurde, tauchten Anfang 2018 neue Hinweise auf. DNA-Spuren sollten ihn entlarven. Doch auch diese Fährte blieb erfolglos. Der Zodiac-Killer kam wie auch Charles Manson in den späten 1960er-Jahren zu zweifelhafter Berühmtheit: Ihm werden fünf Morde im Norden Kaliforniens zugeschrieben. Der Fall ging aber aus einem anderen Grund in die Geschichte ein. Zwei Jahrzehnte lang schrieb der mutmaßliche Täter Briefe an die Polizei und an Zeitungen, in denen er die Ermittler verhöhnte und auf kryptische, verschlüsselte Weise weitere Taten ankündigte und gestand. Insgesamt brüstet er sich mit über 35 Morden. Diese konnten ihm aber nie gänzlich zugeschrieben werden. Der Begriff „Zodiac“-Killer (dt. Tierkreis-Mörder) entstand, weil er in seinen Briefen entsprechende astrologische Symbole und Code-Zeichen verwendete – und sogar weitere Morde ankündigte. In einem True Crime-Hollywoodfilm mit Jake Gillenhall und Robert Downey Jr. wird der Fall detailliert in all seiner Brisanz und Dramatik dargestellt.

Aileen Wuornos – das Monster

„Monster“ ist ein weiterer True Crime-Hollywoodfilm, der mit der südafrikanischen Schauspielschönheit Charlize Theron besetzt wurde. Sie erhielt den Oscar für ihre Darstellung der psychopathischen Serienmörderin Aileen Wuornos. Diesen True Crime-Fall möchten wir Dir natürlich auf keinen Fall vorenthalten – schließlich sind die meisten bekannten Serienkiller Männer. Wuornos war jedoch eine Männerhasserin, die zwischen 1989 und 1990 sieben Männer getötet haben soll.

Aufgewachsen in ärmlichsten, zerrütteten Verhältnissen lernte sie ihren Vater nie kennen, da er bei ihrer Geburt eine Haftstrafe wegen Vergewaltigung eines siebenjährigen Jungen absaß. Auch Aileen selbst wurde während ihrer Kindheit von ihren Familienmitgliedern vergewaltigt. Mit 14 landete sie in einem Heim für ledige Mütter, weil sie von ihrem Bruder schwanger war. Etwa ein Jahr später wurde ihr Sohn adoptiert und Wuornos begann, sich zu prostituieren, um finanziell über die Runden zu kommen. Ihre kriminelle Laufbahn beinhaltete zunächst Delikte wie Trunkenheit am Steuer und Ruhestörung, steigerte sich im Laufe ihrer Zwanziger dann zu Körperverletzung und bald zu bewaffneten Raubüberfällen und Autodiebstahl. Aileen Wuornos lebte zu diesem Zeitpunkt mit einer Frau, einem ehemaligen Zimmermädchen, zusammen. Weiterhin prostituierte sie sich und begann im Herbst 1989 damit, ihre Freier an dunkle, abgelegene Orte zu führen, wo sie sie auf teils bestialische Weise tötete und manchmal vorher selbst vergewaltigte. Alle sieben Opfer waren männlich und wurden mit drei bis neun Schüssen getötet. Mehrere von ihnen waren nackt, als sie gefunden wurden.

Wolfswut

12.99 €

Im True Crime-Thriller Wolfswut von Andreas Gößling wird Lotte der Boden unter den Füßen weggezogen. Schlimm genug, dass ihr geliebter Vater an einem Krebsleiden sterben musste. Nie mehr wird sie ihn auf seiner Klarinette spielen hören, mit ihm plaudern und sein liebenswürdiges Wesen erleben können. Als sie in Trauer seinen Haushalt auflösen muss, findet sie in einer von ihm angemieteten Garage zwei blaue Fässer. Der Inhalt verschlägt ihr die Sprache und stellt ihr gesamtes Leben in ein ganz neues Licht. In den Fässern befinden sich Leichenteile – Verstümmelte Leichenteile.

Während Polizei und Ermittler den Tatort sichten, beginnt Lotte zu begreifen, dass ihr Vater ein bestialisches Doppelleben geführt hat – nicht ahnend, dass die beiden blauen Fässer nur die Spitze des Eisbergs sind.

 

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