Psychothriller

Tod ohne Ende: Die drei grausamsten Serienmörder

Das Interesse an ihnen ist ungebrochen und darum sind sie auch immer ein wiederkehrender Gegenstand von zahlreichen Krimis und auch Thrillern. Egal, ob sie eine reale Vorlage haben oder dem Kopf der Autoren vollständig entsprungen sind: wir wollen unwillkürlich mehr über sie wissen. Doch nicht nur die Mörder interessieren uns, sondern auch der Umgang mit ihnen: Ein fast genauso großer Mythos wie um die Serienkiller selber rankt sich um Psychiatrien – die Orte, an denen den geistig Kranken, zu denen viele Serienmörder zweifellos gehören, geholfen werden soll. Oft werden diese Orte in Büchern zum Schauplatz spannender Stories und gefährlicher Manöver der Protagonisten. Und auch im realen Leben faszinieren diese Stätten uns – vor allem, wenn sie als sogenannte Lost Places existieren und dadurch noch Geschichten von grausamer Vorzeit erzählen können.

Beinahe schon „Stars“ – jedoch Stars der etwas anderen Art

Ab wann genau ein Mörder ein Serienkiller ist, ist hierzulande nicht genau definiert. Das FBI hingegen hat 1998 folgende Definition aufgestellt: Ein Serienmord ist eine „gesetzeswidrige Tötung von zwei oder mehr Opfern durch denselben (oder dieselben) Straftäter in separaten Ereignissen“. In diese Definitionen fallen einige der bekanntesten, fragwürdig bejubelten und gefürchtetsten Mörder unserer Zeit: Von der Manson Family, die der Öffentlichkeit zuvor als Hippie-Kommune bekannt war und eine Gruppe von Serienmördern betitelt, von den Sunset Strip Slayers über den Eyeball-, den Freeway-, und den Lust-Killer bis hin zum Vampire Rapist, der seine Opfer ausbluten ließ und ihr Blut trank, während oder nachdem er sich an ihnen verging. Ihre Namen sind so vielfältig und grausam wie ihre Methoden, ihre Geschichten klingen wie spannende Krimis. Auch wenn es fraglich ist, ob man diese Menschen auf ein Podest stellen sollte – die Faszination, die sie in uns auslösen, bleibt ungebrochen und kann kaum geleugnet werden. Wir wollen wissen, was in ihnen vorgeht, und was sie zu ihren schrecklichen Taten treibt. Das ist wohl auch der Grund, warum wir so unglaublich gerne über sie lesen. Drei echte Serienmörder, die wie aus dem Buch gezogen wirken, haben wir hier zusammengestellt:

Serienmörder im Profil

1. Der bekannteste: Ted Bundy

Theodore „Ted“ Robert Bundy, auch bekannt als "Campus Killer", hat im Zeitraum 1974 - 1978 schätzungsweise zwischen 35 und 60 junge Frauen ermordet.

Bundy war, wohl aufgrund seines guten Aussehens und charismatischen Auftretens,  der populärste Mörder seiner Zeit, doch er war sadistisch, brutal und pervers. Seine Opfer waren allesamt Frauen mit langen, dunklen Haaren und Mittelscheitel. Sein letztes Opfer wurde nur 12 Jahre alt.

Ted Bundy lockte seine Opfer an einen unbekannten Ort, schlug sie mit einem Brecheisen nieder und verging sich auf grausame Weise an ihnen.  Seine bevorzugte Methode war die anale Vergewaltigung. Danach erwürgte oder erschlug er seine Opfer. Besonders ekelhaft: die Leichen transportierte er an weit entfernte Orte, zerstückelte sie und kehrte zurück, um mit den herumliegenden Körperteilen weiter sexuell zu interagieren. Die Details lassen wir an dieser Stelle lieber außen vor.

Seinen ersten Mord beging Ted Bundy 1973 in Seattle, in den folgenden sieben Monaten tötete er sieben Frauen. Es folgten weitere in Utah, in Salt Lake City und Colorado. Hier wurde er gefasst und angeklagt. Bundy wollte sich selbst verteidigen, bei der Recherche in der Juristischen Bibliothek gelang ihm die Flucht. Es folgte eine weitere Festnahme, sowie eine weitere Flucht - diesmal aus dem Gefängnis. In Florida ermorderte er zwei Frauen im Haus ihrer Studentenverbindung und mordere erneut - eine 12jährige Schülerin. Das Surreale: gefasst wurde Bundy schlussendlich bei einer Verkehrskontrolle. 

Im Gefängnis gestand er später, kurz vor seinem Tod, noch weitere Morde – viel mehr als zuerst von den Behörden mit ihm verknüpft worden waren. Er wurde unter anderem mit einem zahnärztlichen Gutachten durch Bisswunden am Gesäß eines Mordopfers überführt, und mit der Höchststrafe belegt: Bundy wurde zum Tode verurteilt und am 24. Januar 1989 durch den elektrischen Stuhl in Florida hingerichtet.

Die Faszination mit seiner Person blieb nicht ungerührt: Dem Leichenwagen, der seine Asche aus dem Krematorium nach seiner Hinrichtung transportierte, folgte ein Zug johlender Menschen, die die vielen Opfer Bundys endlich gerächt sahen. Auf der anderen Seite heiratete Bundy während seiner Haft und bekam mit seiner Frau ein Kind – und es ist bis heute unverständlich für viele, warum Bundys Frau diese Schritte ging.

2. Der jüngste Serienmörder der Welt: Amardeep Sada

Amarjeet Sada (meistens aber Amardeep Sada genannt) ist der weltweit jüngste Serienkiller. Im Alter von acht Jahren hat er bereits drei Morde begangen, unter den Opfern seine sechs Monate alte Cousine. Kurz darauf brachte er auch seine acht Monate alte Schwester um.  Amarjeet Sada (meistens aber Amardeep Sada genannt) ist der wahrscheinlich weltweit jüngste Serienkiller. Im Alter von gerade einmal acht Jahren beging er drei Morde, bevor er „gefasst“ wurde.

Das erste unter den Opfern: seine sechs Monate alte Cousine. Kurz darauf brachte er auch seine acht Monate alte Schwester um. Das besonders Grausame an seinem Fall ist aber, dass der letzte Mord, der durch Armajeet begangen wurde, hätte verhindert werden können. Denn sowohl die eigenen Eltern als auch andere Bewohner des Dorfes, in dem die Familie lebte, wussten von Armajeets Anteil an den Toden der beiden Mädchen. Doch weil dies als “Familienangelegenheit” betrachtet und auch als solche behandelt wurde, blieb diese Beziehung und somit auch Amarjeets Taten vorerst geheim und die Morde wurden nie der Polizei gemeldet.

Nachdem 2007 die Nachbarstochter (die ebenfalls noch sehr jung, nämlich gerade einmal sechs Monate alt war) verschwand, wurde er von den Dorfbewohnern schließlich konfrontiert, woraufhin er ihnen das Grab zeigte, wo er sie begraben hatte, und fast schon stolz von seiner Tat sprach: “Ich habe sie mit einem Ziegel erschlagen”.

Es folgte seine Verhaftung am 30. Mai 2007, nachdem weitere grausame Details seiner Taten ans Licht kamen. Sein Verhalten während der Befragung war absolut angsteinflößend: “Er hat wenig gesprochen, nur gelächelt. Viel gelächelt und nach Keksen gefragt”. Der Junge wurde später mit einer Verhaltensstörung diagnostiziert, die das sadistische Verhalten in ihm hervorrief – Amarjeet Sada hat wegen seiner psychischen Störung keinen moralischen Sinn von richtig oder falsch, was auch sein Verhalten während den Befragungen erklärt. 

3. Der Mythos: Jack the Ripper

Vor 130 Jahren begann mit fünf aufgeschlitzten Frauenleichen im Londoner Armenviertel Whitechapel der wohl größte Serienmörder-Mythos unsere Zeit: Jack the Ripper. Seitdem wurde viel spekuliert, wer er war und was seine Motive waren – gefasst wurde er jedoch nie. Seine Taten wurden allgemein bekannt, und deshalb damals von vielen Zeitungen aufgegriffen und laienhaft analysiert.

Zwischen dem 6. August und dem 9. November 1888 wurden im Londoner Osten fünf (vermutliche) Prostituierte auf bestialische Weise getötet und verstümmelt. Jack the Ripper schlitze ihre Kehlen auf, verstümmelte die Leistengegend und die Gesichter der Frauen, öffnete die Unterleiber und entfernte ihre Gedärme. Die Polizei erhielt diverse Bekennerschreiben, die teilweise die entfernten Innereien enthielten, in denen der Absender die Polizei verhöhnt und sich selbst den Titel "Jack the Ripper" gab.

Ob diese wirklich von dem Serienmörder, der die Frauen umbrachte, stammten, oder von Trittbrettfahrern, ist ebenso wenig nachweisbar. Denn es geschahen im selben zeitlichen Rahmen noch etliche weitere, besonders grausame Morde, die aber laut forensischen Experten wiederum nicht auf einen einzelnen Täter zurückzuführen sind. Dadurch entstand ein Geflecht aus wissenschaftlichen Befunden, Mutmaßungen und sogar Verschwörungstheorien, die im Nachhinein kaum noch auseinanderhaltbar sind.

Da zu dieser Zeit die nötigen forensischen Techniken nicht bekannt waren, waren die zuständigen Polizeibeamten schon nach kurzer Zeit aufgeschmissen. Und so bleibt Jack the Ripper bis heute einer der größten Mysterien der Kriminalgeschichte. Kein anderer Serienkiller ist deshalb Stoff für so viele mediale Umsetzungen: von Filmen über Serien bis hin zu Romanen und Magazinen – Jack the Ripper hat schon viele kreative Schaffende inspiriert. Die Engländer sprechen von der sogenannten "Ripperature": Grusel-Literatur, die zum Teil zwar wissenschaftlich anmutet, aber vor allem mit größtmöglicher Grauenhaftigkeit nacherzählt, was damals in London geschah. 

Ein beliebter Schauplatz: die Psychiatrie

Die Psychiatrie ist zunächst einmal eine medizinische Fachrichtung. Sie stellt sich zur Aufgabe, psychische Störungen vorzubeugen, zu diagnostizieren, und zu behandeln. Als Gebiet, das sich aus der Neurologie (oder auch Nervenheilkunde, wie es früher hieß) entwickelte, hat sie viele verschiedene Teilbereiche, die die Menschen in ihrem heutigen Leben unterstützen sollen. Auch Serienmörder gehören zu den Härtefällen in einer Psychiatrie – denn der Drang, Menschen wiederholt und oft grausam zu töten, hat in den meisten Fällen mit einer ernstzunehmenden psychischen Störung zu tun. Hier ist höchste Vorsicht und besonders geschultes (Sicherheits-) Personal von Nöten, um Erfolge zu erzielen. Die sogenannte psychiatrische Haft kann durch einen richterlichen Beschluss angeordnet werden.

Für viele ist der Begriff Psychiatrie allerdings gleichzusetzen mit den Einrichtungen, in denen (besonders schwere) Fälle von psychischen Erkrankungen behandelt werden sollen. Es herrscht noch immer viel Stigma um solche „Nervenheilanstalten“. Denn wo heute moderne Einrichtungen mit den höchsten ethischen Grundsätzen stehen, sah es nicht immer so rosig aus. So ranken sich noch heute viele Legenden um etablierte Häuser, die teilweise schon länger als 100 Jahre bestehen.

Ein Beispiel dafür ist das IBO-Isar-Amper-Klinikum München-Ost, welches am 09. Juni 1905 unter dem damaligen Namen „Oberbayerische Kreisirrenanstalt Eglfing“ offiziell eröffnet wurde und 1930 mit der direkt angrenzenden „Oberbayerische Kreisirrenanstalt Haar“ zusammengelegt wurde. Heute ist die Klinik eine der größten und renommiertesten Deutschlands und gleichzeitig Lehrkrankenhaus der Münchener Ludwig-Maximilian-Universität. Suchtkrankheiten werden dort ebenso behandelt wie Depressionen und posttraumatische Belastungen.

Unser Buchtipp: Tödliche Worte – Das Jordan-Hill-Duo in Topform

Du hast noch nicht genug von Serienmördern? Dann haben wir auch diesmal einen Tipp für euch:

In die Gefilde der psychiatrischen Haft und den Abgrund menschlichen Bestrebens begeben sich in „Tödliche Worte“ auch das Ermittlerduo Carol Jordan und Tony Hill. Die schottische Autorin Val McDermid lässt im vierten Band ihre Protagonisten einem besonders harten Fall hinterherjagen: Als die Leiche einer Prostituierten, blutüberströmt und in seltsam grotesk verzerrter Pose, auf einer Matratze gefunden wird, ist für den erfahrenen Profiler Tony Hill klar: das kann nur der ihm gut bekannte Serienmörder Derek Tyler gewesen sein. Zu detailliert sind die Gemeinsamkeiten des Falles mit denen von vor zwei Jahren, als Tyler gefasst und hinter Gitter gebracht wurde.

Doch seine Kollegin, Detective Chief Inspector Carol Jordan, glaubt Tony Hill nicht, denn sein angeblicher Täter sitzt hinter Gittern in einer psychiatrischen Haftanstalt, wo er rund um die Uhr behandelt und bewacht wird. Um den ihrer Meinung nach wahren und noch unbekannten Mörder zu fassen, startet sie mit einem Team aus Spezialisten eine gewagte Undercover-Aktion, die schnell gefährliches Potential entwickelt und unliebsame Erinnerungen wieder wachruft. Währenddessen geht Hill der Frage auf den Grund, wie Tyler den Mord trotz andauernder Überwachung hätte schaffen können. Denn einen Trittbrettfahrer eines Sexualdeliktes, das sollte es eigentlich nicht geben…

Rasante Schnelligkeit trotz starken Seitenumfanges, ein geradezu spürbarer psychischer Druck auf den beiden Ermittlern, der zusätzliche Spannung erzeugt, und wechselnde Perspektiven, die einen interessanten Einblick in die Psyche des Menschen bieten, runden einen spannenden und klugen vierten Fall des Jordan/Hill- Ermittlerduos ab. Val McDermid weiß nicht zu enttäuschen.

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