Thriller

Sinnestäuschungen: Kannst Du Deinen Sinnen trauen?

Sinnestäuschungen — Wir alle sind ihnen schon einmal auf den Leim gegangen. Wir sehen, hören oder fühlen etwas, das es in Wirklichkeit so nicht gibt. Selbst wenn wir uns darüber bewusst sind, dass Sinnestäuschungen existieren und wir diese sogar kennen, können wir nichts gegen die Täuschung unserer Wahrnehmung tun. Aber warum ist das so? Warum können wir unseren Sinnen nicht immer trauen? Wir gehen für euch den Sinnestäuschungen auf den Grund:

1. Wahrnehmung und Wirklichkeit

Die Abgrenzung von Wahrnehmung und Wirklichkeit fällt in manchen Situationen besonders schwer. Unter normalen Bedingungen nehmen wir bestimmte Dinge auf bestimmte Weise wahr. Sind unsere Sinnesorgane allerdings durch viele Reize überfordert oder sind starke Emotionen im Spiel, kann es passieren, dass unser Gehirn uns einen Streich spielt. Unser Gehirn ergänzt ständig, sucht Verbindungen zu bereits Bekanntem und versucht so, die Zukunft vorherzusagen. In der Regel liegen wir damit richtig. In manchen Fällen führt es aber auch dazu, dass wir Sachen hören, sehen oder fühlen, weil unser Gehirn aufgrund seiner Erfahrung denkt, dass es so sein muss. Unsere Wahrnehmung muss also nicht zwingend immer der Realität entsprechen.

2. Alle Sinne lassen sich täuschen

Der Mensch verfügt im Allgemeinen über fünf Sinne, die den Organen Augen, Ohren, Haut, Zunge und Nase zugeordnet sind:

  • Sehen
  • Hören
  • Fühlen
  • Schmecken
  • Riechen

Mit diesen Sinnen nehmen wir unsere Umwelt wahr. Da unser Gehirn manchmal empfangene Reize nicht richtig verarbeiten kann, vertraut es auf bestimmte Erfahrungswerte, was zu einer Fehlinterpretation führt. Die bekanntesten Sinnestäuschungen sind optische Täuschungen: wenn wir mit der Bahn fahren, der Zug am Bahnhof steht und wir aber denken, dass wir weiterfahren, fährt häufig nur der Zug am Nachbargleis los. Die meisten von uns sind einer akustischen Täuschung schon als Kind am Strand aufgesessen: Wir haben uns eine Muschel ans Ohr gehalten und das Meeresrauschen gehört. In Wirklichkeit hören wir unser eigenes Blut rauschen, dessen Echo aus der Muschel zurückgeworfen wird. Auch wenn es ums Essen geht, liegen wir fast immer Sinnestäuschungen auf: Wir denken, wir schmecken mit den Mundsinnen, aber das ist ein Irrtum! Mit unseren Mundsinnen können wir gerade einmal zwischen süß, sauer, salzig, bitter und umami (japanisch für würzig oder fleischig) unterscheiden. Den größten Teil des Schmeckens macht unser Geruchssinn aus. Wie wichtig unsere Nase beim Schmecken ist, merken wir meist erst, wenn wir sehr verschnupft sind — dann schmeckt alles irgendwie ähnlich, wie ein großer Einheitsbrei eben.

Auch unser Tastsinn ist nicht unfehlbar. Diesen Sinn kann man ganz leicht in einem Selbstversuch täuschen, den schon der griechische Philosoph Aristoteles beschrieben hat: Greift man mit überkreuztem Finger auf die Nasenspitze, fühlt man zwei Nasen.
Unser Gehirn lässt sich von der unnormalen Lage der Finger täuschen und nimmt deshalb zwei Berührungspunkte wahr. Auch wenn unser Gehirn in der Regel sehr zuverlässig ist, bei Sinnestäuschungen lässt es sich austricksen. Wir können also gar nichts dafür, wenn sich unsere Sinne täuschen lassen.

3. Wenn Sinnestäuschungen krankhaft werden: Halluzinationen

Eine besondere Form der Sinnestäuschungen sind Halluzinationen. Halluzinationen können alle Wahrnehmungsbereiche betreffen und führen dazu, dass Menschen, die an ihnen leiden, etwas sehen, schmecken, fühlen, hören oder riechen, das nicht real existiert. Der Unterschied zwischen harmlosen Sinnestäuschungen und Halluzinationen ist der, dass die Betroffenen von Halluzinationen überzeugt davon sind, dass das, was sie wahrnehmen, tatsächlich vorhanden ist. Eine Halluzination ist keine eigenständige Krankheit, sondern immer ein Symptom für andere Erkrankungen. Häufig betreffen diese Erkrankungen unsere komplexe Psyche, sie können aber auch auf Erkrankungen des Nervensystems, als Nebenwirkung von Medikamenten oder als Folge von Drogenkonsum auftreten. Es gibt aber auch die sogenannten Pseudo-Halluzinationen, die bei starker Müdigkeit, Erschöpfung, Fieber oder unter Alkoholeinfluss auftreten. Anders als bei richtigen Halluzinationen sind sich die Betroffenen hier aber bewusst, dass es sich um Sinnestäuschungen handelt.

4. Eine Frage des Blickwinkels?

Aber wieso liegen wir Sinnestäuschungen auf, selbst wenn wir wissen, dass wir gerade getäuscht werden? Am besten lässt sich das mit der Wahrnehmung bei optischen Täuschungen erklären: Sinnestäuschungen sind trotz besseren Wissens nicht zu umgehen, sie bieten Zugang zu entstandenen Hypothesen, Voranpassungen und Vorurteilen unseres Wahrnehmungssystems, die sich im Lauf der Evolution als sinnvoll erwiesen haben. So geht das angeborene Erkennen des Menschen bei optischen Täuschungen zum Beispiel davon aus, dass das Licht von oben auf Objekte fällt und so bestimmte Schatten wirft. Diese Annahme beeinflusst unser ganzes Sehen und damit unsere Wahrnehmung, egal von welchem Winkel wir blicken. Genauso ist es bei akustischen Täuschungen — aufgrund unserer Erfahrung erwarten wir, dass bestimmte Dinge bestimmte Geräusche machen ...

Phänomen Sonnenfinsternis: Spannende Fakten über das Naturschauspiel

Es gibt ein Naturschauspiel, das unsere Wahrnehmung besonders bezüglich des Sehens ordentlich auf den Kopf stellt: Die totale Sonnenfinsternis. Plötzlich umgibt uns mitten am Tag eine Dunkelheit, die für den Verstand und für die Augen nur schwer einzuordnen ist, weil das Licht für kurze Zeit nicht wie am Tag gewohnt auf uns herabfällt.

Wir haben einige spannende Fakten zur Sonnenfinsternis für euch gesammelt:

1. Wie kommt es zu einer Sonnenfinsternis?

Eine Sonnenfinsternis entsteht, wenn sich der Mond zwischen Erde und Sonne schiebt und die Sonne dadurch vollständig verdeckt. Beobachten kann man das nur bei Neumond, wenn sich Erde, Mond und Sonne auf einer geraden Linie befinden. Dass sich die drei Planeten auf einer Linie befinden, ist allerdings sehr selten, weil die Mondbahn leicht gegen die Erdbahn geneigt ist. Dadurch wandert der Neumond von der Erde aus gesehen meist ober- oder unterhalb der Sonne vorbei. Befinden die drei Planeten sich allerdings doch einmal auf einer Linie, wird es mitten am Tag für einige Minuten dunkel und am Himmel sind Sterne zu sehen.

2. Die verschiedenen Arten der Sonnenfinsternis

Eine Sonnenfinsternis tritt nicht überall gleich auf. Je nachdem auf welchem Teil der Erdkugel wir uns befinden, kann eine Sonnenfinsternis anders ausfallen. Generell unterscheidet man zwischen vier Arten der Sonnenfinsternis:

  • Totale Sonnenfinsternis
  • Ringförmige Sonnenfinsternis
  • Partielle Sonnenfinsternis
  • Hybride Sonnenfinsternis

Die totale Sonnenfinsternis ist sehr selten und nur auf einem relativ schmalen Streifen der Erdoberfläche sichtbar. Bei diesem Ereignis schiebt sich der Mond zentral vor die Sonne und verdeckt diese komplett. Kurzzeitig wird es am helllichten Tag so dunkel wie in der Nacht.

Bei der ringförmigen Sonnenfinsternis schiebt sich der Mond zwar wie bei einer totalen Sonnenfinsternis zentral vor den Himmelskörper, aufgrund seiner großen Entfernung kann der Mond die Sonne aber nicht komplett verdecken. Der äußere Rand der Sonne bleibt als feuriger Ring sichtbar.

Eine partielle Sonnenfinsternis tritt häufiger auf. Hierbei verdeckt der Mond nur einen Teil der Sonne. Der verdunkelte Teil der Sonne variiert je nach Standpunkt auf der Erde, komplett verdeckt wird die Sonne allerdings von keinem Blickwinkel aus.

Bei der hybriden Sonnenfinsternis handelt es sich um eine sehr seltene Sonnenfinsternis. Im Verlauf der Hauptphase, in der sich der Mond vor die Sonne schiebt, ändert sich das Erscheinungsbild und je nach Ort kann eine ringförmige, partielle oder totale Sonnenfinsternis beobachtet werden. Das liegt an der Erdkrümmung, aufgrund derer nur manche Regionen komplett verdunkelt werden, andere Gebiete fallen in den Bereich, in denen nur ein Teil der Sonne verdeckt wird.

3. Sonnenfinsternis: Zwischen Mystik und Aberglaube

Sonnenfinsternisse gab es natürlich schon lange vor der Zeit, als man sich dieses Naturschauspiel wissenschaftlich durch die Lage der Himmelskörper erklären konnte. Schon früher versuchten die Menschen, sich dieses Ereignis mit Mystik und Aberglaube zu erklären:

  • Im alten China glaubte man, dass der böse Drache des Chaos versucht, die Sonne zu fressen. Die Menschen damals versuchten deshalb, ihn mit lautem Getöse dazu zu bringen, die Sonne wieder auszuspucken. Bisher wohl immer mit Erfolg.
  • Im frühen Japan wurden während der Sonnenfinsternis schnell alle Brunnen abgedeckt, weil man glaubte, bei einer Sonnenfinsternis werde das Wasser vergiftet.
  • Die nordamerikanischen Arapaho-Indianer dachten, Sonne und Mond würden das Geschlecht wechseln, weshalb der Tag zur Nacht werde und umgekehrt.
  • In Brasilien glauben verschiedene Völker, dass ein gigantischer Vogel die Sonne mit seinen Flügeln verdeckt.
  • Die Chippewa-Indianer im heutigen Kanada fürchteten, dass die Sonne bei einer Sonnenfinsternis erlöschen würde und schossen deshalb brennende Pfeile in den Himmel, um sie wieder anzuzünden.
  • Im alten Ägypten war eine Sonnenfinsternis ein ganz schlechtes Omen. Der Himmel verschluckte die Sonne. Man glaubte, der Himmel würde auf die Erde stürzen. In einer nordisch-germanischen Überlieferung holt der böse Wolf Skoll die Sonnengöttin Sol, die mit ihrem Wagen übers Himmelszelt vor ihm auf der Flucht ist, ein und frisst sie. Skolls Mutter Fenrir, eine Riesin, isst dann die Sonne auf.

In der Geschichte der Menschheit wurde eine Sonnenfinsternis meist als Vorbote von Unglück und Not gedeutet. Auch heute noch gibt es Menschen, die in einer Sonnenfinsternis ein schlechtes Omen sehen. Viele Menschen sahen zum Beispiel in der totalen Sonnenfinsternis im Jahr 1999 den Vorboten zum Weltuntergang zur Jahrtausendwende. Ein bisschen verstehen kann man die Deutung als negatives Omen. Auch, wenn wir uns wissenschaftlich erklären können, was bei einer Sonnenfinsternis passiert, bleibt ein komisches Gefühl, wenn der Tag plötzlich zur Nacht wird und die große Dunkelheit uns umgibt. Das Licht während einer Sonnenfinsternis ist völlig anders als gewohnt, als könnten wir unseren Augen nicht trauen. Ein bisschen so wie bei Sinnestäuschungen …

Wer jetzt noch nicht genug hat von den spannenden Themen Sinnestäuschungen und Sonnenfinsternis, für den haben wir einen nervenzerreißenden Buchtipp:

"Vier.Zwei.Eins" von Erin Kelly ist ein spannender Thriller, in dem eine Sonnenfinsternis der Anfang einer großen Katastrophe ist: Es ist Sommer im Jahr 1999: Kit und Laura erleben eine totale Sonnenfinsternis in Cornwall. Die beiden sind jung und verliebt und sehen ihre gemeinsame Zukunft vor sich. Als sich der Schatten des Mondes auf der Erde langsam auflöst, glaubt Laura etwas gesehen zu haben. Ist die Zeugin einer brutalen Vergewaltigung geworden? Der Täter bestreitet alles, die Frau schweigt. Seine Aussage gegen die von Laura. Einige Monate nach der Gerichtsverhandlung steht die Frau plötzlich vor Lauras und Kits Tür. Auf seltsame Weise schleicht die Frau sich in Kits und Lauras Leben. Nur Kit scheint die Bedrohung zu sehen, die von Beth Taylor ausgeht.

15 Jahre später leben Laura und Kit zurückgezogen unter falschem Namen an einem geheimen Ort. Keine Kontakte in den sozialen Medien, kein Eintrag im Telefonbuch, nur gelegentliche Telefonate. Etwas liegt noch immer im Dunklen. Laura fürchtet die Bedrohung und ahnt, dass sie nur einen Teil des Bildes sieht. Dann steht Beth Taylor plötzlich wieder vor Lauras und Kits Tür. Und jetzt drängt die Wahrheit mit aller Macht ans Licht…

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