Politthriller

Erfindungen, die die Welt veränderten: Von Top-Secret bis Alltag

Sie sind so groß wie unsere Hand oder werden bis heute nicht produziert. Sie erleichtern uns den Alltag oder gelten als Hirngespinst sogenannter Verschwörungstheoretiker. Eines haben sie jedoch alle gemeinsam: Einen klugen Kopf, der sie erschaffen hat. Denn was für uns heute zum Alltag gehört und logisch erscheint, hat in manchen Fällen einen ziemlich langen Entwicklungsprozess hinter sich. Von Tesla bis Steven Jobs, von Schwebebahnen bis Navigationsgeräten für Autos:

Wir haben Dir die wichtigsten Erfindungen der letzten Jahrhunderte zusammengestellt!

1. Nikola Tesla und die “Freie Energie” 1889

Nikola Tesla gilt, nicht erst dank Elon Musk und seinem Elektroauto Tesla, zu den Rockstars am Himmel der Erfinder vergangener Jahrhunderte. Die Erfindungen, die dem genialen Serben Tesla zugeschrieben werden, beschäftigen sich dabei vor allem mit Strom und der Stromerzeugung. Tesla hat für seine Erfindungen und Neuerungen in 26 Ländern insgesamt über 280 Patente erhalten, davon sind 112 allein in den USA eingetragen. Trotz seiner Genialität und seinem Erfindungsreichtum, war Tesla zeitlebens in finanziellen Nöten.

Im Jahre 1901 gab Tesla ein lang ersehntes und später heiß diskutiertes Interview im Collier’s Weekly in den USA. Hier berichtet er von einer Erfindung, die auch heute noch für Diskussionen sorgt. Denn angeblich hatte er Pläne für einen Apparat zum Gebrauch von Strahlungsenergie, der freie Energie für jeden Menschen auf der Welt ermöglicht hätte. Tatsächlich gibt es sogar ein eingetragenes Patent auf Tesla für diesen Apparat. Aufgrund der mangelnden Begeisterung seiner Geldgeber konnte Tesla sein Projekt jedoch nie beenden. Verschwörungstheoretiker behaupten heute, dass eine Lobby aus Öl- und Strommagnaten Teslas Geldgeber in die Zange genommen hat. Denn freie Energie würde für diese Industriegebiete zweifellos den Untergang oder zumindest herbe Einbußen bedeuten. In neuester Zeit machte vor allem die Keshe-Foundation mit ihrer Ankündigung eines freien Energie Apparat für jeden Haushalt von sich Reden.

2. Wuppertaler Schwebebahn 1901

Die Schwebebahn in Wuppertal wurde am 1. März 1901 feierlich eröffnet und auf ihre Jungfernfahrt geschickt. Erfinder und Investoren des kostenintensiven Baus waren Eugen Langen und Wilhelm Feldmann. Langen war seinerzeit Inhaber der Deutzen AG, auf die das Patent für die Schwebebahn noch heute angemeldet ist. Wilhelm Feldmann hingegen war der Ingenieur, der den Bau der Schwebebahn, von den Waggons bis hin zu den Schienen, möglich machte. Die offizielle Bezeichnung für die Erfindung lautet ‘Einschieniges Hängebahn System Eugen Langen’, der Begriff Schwebebahn wurde von Langen selbst erdacht und eingeführt.

Vor der Gründung der Stadt Wuppertal im Jahre 1929 wurde das heutige Wahrzeichen der Stadt auch Schwebebahn Barmen-Elberfeld-Vohwinkel genannt, waren es eben diese drei Ortschaften, die die Neuerung miteinander verband. Anzumerken ist dabei, dass die Schwebebahn in ihrer Art einzigartig ist. Denn entgegen ihrem Namen ist sie keine klassische Schwebebahn, wie es Magnetschwebebahnen etwa sind. Vielmehr hängt die Bahn an einer Schiene, die über ihr verläuft und schwebt daher über die Stadt und die Wupper. Schwindelfrei sollten Fahrgäste daher auf alle Fälle sein – und einen robusten Magen haben. Denn gerade beim Ein- und Aussteigen anderer Fahrgäste gerät die Schwebebahn gerne mal in leichte Schwingung, die an einen seichten Seegang auf einem Boot erinnern kann. Seit 1997 steht die Wuppertaler Schwebebahn unter Denkmalschutz und zählt zu den großen Wahrzeichen der Stadt und der gesamten Region.

3. Insulin 1921

Die Zuckerkrankheit Diabetes war vor der Erfindung des Insulin ein Todesurteil, wenn man nicht den starken Willen hatte, auf jedweden Zucker zu verzichten und eine solch strenge Diät zu halten, dass die meisten Menschen bis auf ihre Knochen abmagerten. Denn ein zu niedriger oder zu hoher Blutzuckerspiegel hängen beim Diabetes nicht nur von der Menge des Zuckers ab, den der Patient zu sich nimmt. Viel entscheidender sind Kohlenhydrate, die von unserem Körper während des Verdauungsprozesses in Glukose umgewandelt und über den Darm ins Blut abgegeben werden. Dadurch und durch die Eigenproduktion der Leber hält der Körper den für ihn nötigen Blutzuckerspiegel über lange Zeit hin konstant. Ist innerhalb dieses System nun eine Fehlproduktion vorhanden oder kann die vorhandene Glukose im Blut nicht weiter verarbeitet werden, spricht man von Diabetes.

An dieser Stelle kommt das vom Kanadier Sir Frederick Banting erstmals isolierte und von außen zugeführte Insulin ins Spiel. Banting hatte schon früh während seines Medizinstudiums ein starkes Interesse an der Zuckerkrankheit und beschäftigte sich intensiv mit der vorhandenen Forschung anderer Chirurgen zu diesem Thema. Seine Nachforschungen brachten ihn schließlich auf die Idee zu seinen eigenen Experimenten. Geldgeber und Unterstützer war John Macleod, der Banting für seine Experimente nicht nur ein Labor und mehrere Hunde, sondern auch den 21-jährigen Medizinstudenten Charles H. Best zur Verfügung stellte. Es dauerte nicht lang und Banting hatte erste Erfolge vorzuweisen, die Macleod dazu veranlassten, einen bekannten Apotheker das von Banting entdeckte Insulin künstlich herstellen zu lassen. Anfang 1922 wurden die ersten Patienten testweise behandelt, unter ihnen auch Theodore Ryder. Der damals 5-jährige sprach auf die Behandlung hervorragend an und starb erst mit 76 Jahren im Jahre 1993. Mit über 70 Jahren Diabetes-Behandlung zählt Ryder zum am längsten medizinisch dokumentierten Fall einer Insulinbehandlung. 1923 erhielten Banting und Macleod, nicht aber der Medizinstudent Best, den Nobelpreis der Medizin für die Entdeckung des Insulin. Banting zählt auch heute noch als der jüngste Empfänger im medizinischen Bereich dieser Ehre, war er zum damaligen Zeitpunkt gerade einmal 32 Jahre alt.

4. Selbsthaftende Notizzettel - Post-it 1974

Häufig ist der Weg zu einer erfolgreichen Erfindung nicht unbedingt ein linearer. Und noch viel häufiger ist die Erfindung nur ein Abfallprodukt, die zufällig beim Erforschen eines ganz anderen Themas entstanden ist. So verhält es sich jedenfalls mit der Erfindung des Post-its. Denn ein selbsthaftender Merk- oder Notizzettel, der leicht von seinem Untergrund ablösbar ist, war sicher nicht das, was Spencer Silver beim Experimentieren im Kopf hatte. Der Mitarbeiter der Minnesota Mining and Manufacturing Company, auch 3M genannt, wollte eigentlich eine Art Superkleber entwickeln. Sein Ziel war ein Kleber, der auf allen Untergründen hält, verschiedene Materialien zusammenbringt und nur schwer ablösbar ist. Keine Frage, einen solchen Kleber haben wir uns zweifellos alle schon einmal gewünscht.

Das Ergebnis von Silver’s Experimenten war jedoch alles andere als der erhoffte Superkleber. Heraus kam nämlich nur eine klebrige Masse, die zwar auf allen Untergründen haftete, sich aber genauso einfach wieder abziehen ließ. Silver jedoch gab nicht auf und entwickelte kurzerhand eine Pinnwand, die mit dem Kleber eingestrichen wurde. So konnten wichtige Notizen für Projekte ohne Reißzwecken oder -nadeln sichtbar aufgehängt und hinterher einfach wieder abgehängt werden. Was für Firmen und Büros gut klang, ließ sich jedoch nur wenig erfolgreich an die breite Masse verkaufen. Der ‘Superkleber’ verschwand also erstmal im Labor. Bis, Jahre später, Art Fry auf die Bildfläche tritt. Der Kollege Silvers war Chorsänger und regte sich jeden Sonntag wieder leidenschaftlich darüber auf, dass ihm seine Lesezeichen ständig aus den Notenseiten fielen, wenn er während des Singens stand. Einer Eingebung folgend holte Fry den Kleber hervor, den Spencer Silver enttäuscht weggeräumt hatte. Einige kanariengelbe Zettel und einen Chorauftritt später war das Post-it geboren.

Noch mehr interessante und spannende Erfindungen findest Du, wenn Du Dir unsere Liste bis zu Ende durchliest!

5. Navigationssystem für's Auto 1994

Der Vorläufer unserer heutigen Navigationsgeräte war das sogenannte Loran-C (Long Range Navigation). Dieses Navigationsgerät wurde erstmals im 2. Weltkrieg für Kampfflieger eingesetzt, damit diese auch in größeren Höhen oder bei höheren Geschwindigkeiten ihr Ziel fanden. Hierfür gab es einen Hauptsender, der ständig mit mehreren Nebensendern kommunizierte. Über die Abstände der Funkübertragung zueinander konnte ermittelt werden, wo sich das Flugzeug gerade befindet. Für die maritime Navigation wurde das sogenannte OMEGA genutzt, das selbst nach der Freigabe von GPS-Geräten bei Fischern noch beliebt war. Mittlerweile arbeiten alle Navigationsgeräte über GPS, um eine zuverlässige Ortsbestimmung zu gewährleisten.

Das erste richtige Navigationssystem für ein Kraftfahrzeug wurde im Jahre 1982 entwickelt und 1983 der Öffentlichkeit vorgestellt. Erfinder war die Firma Blaupunkt, eine Tochterfirma der Bosch, die das Navigationssystem EVA, kurz für Elektronischer Verkehrslotse für Autofahrer, in Hildesheim stolz der Öffentlichkeit präsentierte. Vorläufer für Navigationssysteme gab es bereits 1932 in Italien und 1981 von Honda, die jedoch lediglich einen vorher festgelegten Streckenverlauf anzeigen konnten. Die Ortung bei EVA beruhte auf Radsensoren und erstmals gab es eine Sprachausgabe, die dem Fahrer Fahranweisungen gab. Erste, ab dem Werk fest installierte Navigationssysteme wie wir sie heute kennen, gab es ab 1991. Ab dem Jahr 2000 schließlich verzichtete das US-Militär schließlich darauf, die von ihren Satelliten zur Verfügung gestellten GPS-Signale für andere Länder bewusst zu verschlechtern. So wurde das GPS-unterstützte Navigationssystem für Kraftfahrzeuge für jedermann erschwinglich.

6. C-Leg Technologie 1997

Deutschland muss sich im Ländervergleich der Erfindungen ganz sicher nicht verstecken. Das Land der Dichter und Denker hat in den letzten Jahrhunderten so einige wegweisende Entdeckungen und Erfindungen veröffentlicht. Die im Ausland berühmte ‘Deutsche Qualität’ von Endprodukten unterschiedlichster Art kommt schließlich nicht von ungefähr. Eine der bedeutendsten Erfindungen wurde dabei im Jahre 1997 von der Firma Otto Bock in Duderstadt patentiert. Ihre Bedeutung liegt dabei weniger in ihrer Spektakularität, sondern vielmehr in ihrem Wert für einzelne Menschen und deren Alltag. Die Rede ist von einer beinahe revolutionären Beinprothese für Menschen, die eine Oberschenkelamputation hinter sich haben.

Mit dem C-Leg ist der Firma Otto Bock erstmals gelungen, woran viele andere Firmen gescheitert sind: Mehr Lebensqualität für all jene Menschen, die auf eine Beinprothese angewiesen sind. Das besondere am C-Leg ist dabei das innovative künstliche Kniegelenk. Vorherige Prothesen brachten häufig das Probleme einer Steifheit mit sich, die viele Patienten daran hinderte, sich frei zu bewegen. Mit dem elektronischen Kniegelenk im C-Leg berichten Patienten nicht nur von einem angenehmeren Laufgefühl, selbst auf unebenen Flächen wie Kies, Sand oder Gras. Auch Stehen und Sitzen gestalten sich leichter und intuitiver und geben vielen Patienten das Gefühl, keine Prothese zu tragen. Eine wahrlich innovative Erfindungen mit Vorbildcharakter.

7. Erfindungen im 21. Jahrhundert

Mit Beginn des 21. Jahrhunderts nehmen die Erfindungen und Neuerungen beinahe Science-Fiction-artige Ausmaße an. Denn auch wenn ein HD-Fernseher, ein Chromebook oder das Smartphone für uns heute selbstverständlich sind, waren sie noch vor 50 Jahren unvorstellbar oder nur schwer realisierbar. Das 21. Jahrhundert hat so viele Erfindungen und einen solchen Fortschritt erlebt, wie das 20. Jahrhundert in seinen 100 Jahren im Allgemeinen. Egal ob Medizin, Technik, Wirtschaft, Bildung, Agrar- oder Sozialwesen: Der Fortschritt ist so enorm, dass es für manche, die in der Mitte des letzten Jahrtausend geboren wurden, zuviel ist. Schritt zu halten in einer Gesellschaft, die sich jedes Jahr beinahe selbst zu überholen droht, ist gar nicht mal so einfach. Und das zeigen die wichtigsten Erfindungen des 21. Jahrhunderts auf ganz eigene Weise.

Es verwundert in unserer modernen Gesellschaft kaum, dass die allgemein als am wichtigsten eingestuften Erfindungen des 21. Jahrhunderts alle technischer Natur sind. Los geht es beispielsweise mit dem HD-Fernseher, gefolgt vom E-Book Reader kindle by amazon. Ebenfalls zu den Top 10 Erfindungen des aktuellen Jahrhunderts zählen laut Umfragen soziale Netzwerke wie Facebook oder Youtube, Messenger-Dienste wie Skype oder Whats App und, ganz oben und damit führend, das mobile Internet und Smartphones. Das erste Smartphone seiner Art war dabei das am 09.01.2007 vorgestellte Iphone 2G, das erstmals über einen Multi-Touch-Screen und die Wischtechnik verfügte. Das Iphone war jedoch per se nicht das erste Smartphone, das der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Vorläufer war beispielsweise das 1994 von BellSouth IBM eingeführte Smartphone Simon. Das hatte jedoch mit den heutigen leichten Modellen wenig gemeinsam, sondern erinnerte vielmehr an einen tragbaren Personal Computer.

Alles begann mit der Mondlandung 1969, der Aufbruch in eine neue Zeit, unendliche Weiten und Möglichkeiten. Unsere Zukunft schien strahlend und voller Errungenschaften – und dennoch ist die größte Erfindung des 21. Jahrhunderts ... Facebook? Was ist aus den Plänen und visionären Ideen der Vergangenheit geworden? Haben wir alle großen Erfindungen etwa schon getätigt? Oder werden die wichtigen, entscheidenden Erfindungen vor uns geheim gehalten? In seinem Roman Control entwickelt Daniel Suarez eine ganz eigene Idee, wieso wir scheinbar keine großen Erfindungen mehr erleben. Dem Physiker Jon Grady gelingt nach endlosen Experimenten das Unglaubliche: Die Auflösung der Schwerkraft. Während er sich in Gedanken bereits im Besitz des Nobelpreises sieht, Hände vieler wichtiger Wissenschaftler schüttelt und Dauergast in den entscheidenden Nachrichtensendern ist, geschieht im echten Leben – nichts. Im Gegenteil melden die Medien wenige Tage später, dass Terroristen Gradys Labor verwüstet und den Physiker ermordet hätten.

Tot ist Grady zwar nicht, richtig lebendig wähnt er sich jedoch auch nicht. Denn völlig verwirrt erwacht er in Gefangenschaft des geheimen ‘Bureau of Technology Control’. Diese geheime Staatseinheit entführt seit Jahrzehnten Wissenschaftler, die entscheidende Entdeckungen oder Erfindungen getätigt haben. Angeblich, weil die Menschheit für all diesen Fortschritt noch nicht bereit sei. Grady selbstverständlich sieht das anders. Doch zunächst hat er keine andere Wahl, als dem Bureau zu helfen. Denn die Alternative besteht aus einem dunklen Loch tief unten in der Erde, in dem all jene Wissenschaftler gefangen gehalten werden, die von der Arbeit des Bureau wenig überzeugt waren. Während die Mitarbeiter des Bureau of Technology Control in Grady nur einen weiteren Auftrag sehen, der zu den Akten wandert, hat Grady ganz andere Pläne – und wird schon bald zu einem echten Problem für die neuen Herren der Welt.

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