Detektivroman

Die Mordkommission und das Darknet – Kriminalität heute

Auch die Mächte der Justiz müssen mit der Zeit gehen: So kommt die Mordkommission in der heutigen viral vernetzten Welt nicht drumherum, das Internet in die Ermittlungen mit einzubeziehen. Viele Bücher beschäftigen sich schon damit, die Du beispielsweise auf der Spiegel Bestseller Liste findest. Es liegt uns am Herzen, Dich darüber zu informieren, welche Gefahren im World-Wide-Web, vor allem im Darknet, lauern und wer sich jeden Tag aufs Neue darum kümmert, dass die Übeltäter gefasst werden.

Was ist die Mordkommission und was sind ihre Einsatzbereiche?

Wenn der Verdacht auf einen Mord besteht, wird entweder eine Mordkommission gegründet oder eine schon bestehende Bereitschaftsmordkommission zugezogen. Für die effiziente Bearbeitung eines Falles werden die Aufgaben klar verteilt: Es gibt einen Kommissionsleiter, ein Team für den Tatort, den Aktenführer für den Papierkram und die Ermittlungsteams. Die Ermittler sind auf verschiedene Bereiche spezialisiert, wie die Sicherung der Spuren und die Fallanalyse.

Wenn jemand im Straßenverkehr ums Leben kommt, kümmert sich normalerweise nicht die Mordkommission, sondern die Verkehrspolizei darum. Für alle anderen Bereiche, in denen Tötungsdelikte verübt werden, ist die Mordkommission zuständig. Je nach Größe des Falles wird zwischen kleiner und großer Mordkommission unterschieden, manchmal arbeiten mehrere Gruppen zusammen. Wie Du sicherlich schon aus Fernsehserien oder Krimibüchern weißt, werden auch andere Personen wie Rechtsmediziner, Staatsanwälte und Beamte der Schutzpolizei einbezogen, diese gehören jedoch keiner Mordkommission an.

Vielleicht hast Du auch schon einmal daran gedacht, zur Polizei zu gehen und dabei zu helfen, unsere Welt sicherer zu machen. In so eine Mordkommission kommen nur die hochqualifiziertesten Kräfte, die in ihrem Bereich Spezialisten sind und besonders ausgewählt wurden. Es ist also ein weiter Weg dorthin, aber so sind die grausamsten der Verbrechen auch stets in den besten Händen.

Wie wird ein Mord aufgeklärt?

Am Tatort beginnt die Ermittlung. Wenn es noch Verletzte gibt, werden diese zuerst versorgt. Bis daraufhin die Spurensicherung eintrifft, darf nichts verändert werden. Die Umgebung wird abgeriegelt und es wird nach möglichen Verstecken des Mörders und nach Spuren jeglicher Art gesucht. Der Leiter der Mordkommission übernimmt den Fall und legt fest, wie vorgegangen wird. Die Staatsanwaltschaft und möglicherweise die Presse werden informiert. Ist der Täter noch vor Ort, kann er sofort festgenommen werden. Dann werden die Umstände des Mordes durchleuchtet und der Tathergang möglichst rekonstruiert. Manchmal ist der Todesort nicht identisch mit dem Fundort der Leiche, auch das muss als Möglichkeit einbezogen werden und die Nachbarn und sonstige Angehörige des Opfers und der Verdächtigen werden befragt. Manchmal kann ein Phantombild des Täters angefertigt werden und ein Profil wird erstellt. Wenn alle Puzzleteile sich zu einem Ganzen ergeben, kann der Täter hoffentlich gefasst werden.

Was ist das Darknet und wie funktioniert es?

Du wurdest sicherlich auch schon vor dem Internet gewarnt: Neben den grenzenlosen Möglichkeiten, den Hilfestellungen und der Unterhaltung ist das Netz leider auch voll von Gefahren. Besonders das ominöse Darknet hat einen düsteren Ruf und ist für die meisten Menschen ein Mysterium, um das sie lieber einen Bogen machen.

Das World Wide Web und das Internet sollen für jedermann offen zugänglich sein, Daten können ausgetauscht werden, während die Daten im Darknet über viele verschlüsselte Stationen wandern. Wenn Du eine Webseite besuchst, wird erst einmal eine Anfrage an den Server gesendet, die Informationen über den Absender und Dein Ziel enthält. Der Server lässt dann Deinem Browser, beispielsweise Chrome, die nötigen Informationen zur Webseite zukommen und sie wird Dir dann angezeigt. Beim Darknet, deutsch „dunkles Netz“, wird ein spezieller Browser benutzt, beispielsweise Tor, und die Daten werden über mehrere Stationen weitergeleitet, sodass der Zielserver Dich nicht kennt und Dein Weg im Netz nicht verfolgt werden kann.

Vieles ist im Darknet spezialisiert, zum Beispiel haben viele Seiten andere Endungen wie .onion, oder weit verbreitete Suchmaschinen wie Google werden durch andere ersetzt. Bezahlt wird mit virtuellem Geld wie Bitcoin, das die Möglichkeit bietet, anonym zu bleiben. Das Darknet wird für allerlei kriminelle Machenschaften verwendet, aber es wird auch von Menschen benutzt, denen die Geheimhaltung ihrer Daten wichtig ist, wie Journalisten oder politische Aktivisten und Kritiker, die in ihrem Land für gewisse Meinungsäußerungen verfolgt werden würden.

Jetzt fragst Du dich sicher, wie sich so etwas entwickelt hat. Kriminelle, die illegalen Handel betreiben, zum Beispiel Drogen oder Waffen verkaufen, waren schon immer an geheimen Tauschbörsen interessiert, und so hat sich irgendwann ein großes Netzwerk mit verschiedensten Kommunikationswegen aufgebaut. Das Angebot reicht von Raubkopien und professionell gefälschten Pässen über Kinderpornografie-Foren bis zu dubiosen Dienstleistungen von Hackern oder Mördern. Das Darknet bietet sich dafür an, Verbrechen zu begehen, weil die virale Aktivität durch die Verschlüsselungen schwer nachzuvollziehen ist. Wenn Du also sicher im Netz unterwegs sein möchtest, solltest Du das weiterhin öffentlich tun, wo die Wege leichter zurückführbar sind.

Reale Fälle der letzten Jahre

Du denkst, dass alle diese Infos über dieses „Darknet“ immer noch irgendwie abstrakt und schwer greifbar klingen? Viele Menschen unterschätzen die Möglichkeiten unserer digitalen Welt. Damit Du nicht auch im Unwissenden verweilst, möchten wir Dir im Folgenden einige reale Geschehnisse vorstellen, die mit dem Darknet in Verbindung stehen und die Polizei auf Trab halten.

  • Drogen per Mausklick
    In Bedburg wurde ein 43-jähriger Mann festgenommen, der über das Darknet mit Drogen etwa 185.000 Euro Umsatz gemacht hat. Bei ihm wurden rund 13 Kilogramm Amphetamin, neun Kilogramm Cannabis, sechs Kilogramm Ecstasy und 137 Gramm Kokain aufgefunden, außerdem ein Luftgewehr mit Munition. Laut eigenen Angaben hat er die Substanzen immer in großen Mengen eingekauft und dann in kleinen Portionen per Post nach ganz Deutschland geschickt. Er hatte sogar Abnehmer in der Schweiz, Österreich, Belgien und Frankreich. Der Absender wurde anonym angegeben und den Paketen lagen häufig unechte Rechnungen bei, die sich auf einen nicht existierenden „Print und Office Store“ aus Duisburg bezogen. Bezahlt haben die Kunden wohl per Bitcoins, der verbreiteten Währung im Darknet. Er wurde gefasst, weil ein verdeckter Ermittler der Polizei auf ihn hindeutete und eine Razzia daraufhin seine Machenschaften aufdeckte.

  • Festmahl für Kinderschänder
    Die Anonymität des Darknets bietet leider nicht nur Schutz, sondern auch viel Raum für unbemerkten Missbrauch und Austausch zwischen Tätern. Ein Darknet-Nutzer stieß im Frühjahr 2017 auf einen grausigen Fund: Ein 19-jähriger Kampfsportler hat ein Video hochgeladen, das seinen Mord an einem neunjährigen Jungen zeigt. Der Kleine wurde mit mehreren Messerstichen getötet und im Keller eines Herner Reihenhauses liegen gelassen. Über den Täter konnte nur in Erfahrung gebracht werden, dass er in der Nachbarschaft des Jungen gewohnt hat und Kampfsportler war. Er war stolz auf seine Tat, was er im Darknet unverfroren kundgab.

    In Niedersachsen wurde ein Täter gefasst, der ein vierjähriges Mädchen mehrfach schwer sexuell missbraucht und seine Verbrechen als Video auf kinderpornografischen Plattformen geteilt hat. Um den Täter und das Kind zu identifizieren, wurde sogar ein Foto des Opfers veröffentlicht, was laut Polizei die letzte Maßnahme ist, aber sie zeigte innerhalb von Stunden ihre Wirkung. Ein ähnlicher Fall berichtet von einem siebenjährigen Mädchen, das auch über ein Foto von einer Lehrerin erkannt wurde. Das arme Kind wurde jahrelang gemeinsam mit dem zwei Jahre jüngeren Bruder vom Vater nicht nur schwer sexuell missbraucht, sondern sogar an andere Männer vermittelt. Die Plattform im Darknet, über die dies geschah, wurde zum Glück inzwischen zerschlagen.

    Peter Scully, einer der grausamsten Mörder unserer Zeit, verbreitete und verkaufte unzählige Videos von Vergewaltigung, Verstümmelung und Morden im Darknet. Eines der grausamsten Videos namens „Daisy's Destruction“, in dem ein 18 Monate altes Mädchen mit einem elf- und einem zwölfjährigen Mädchen zusammen schwer misshandelt wird, wurde Gerüchten zufolge für 10.000 Dollar verkauft. 2015 wurde er gefasst und später zum Tode verurteilt, aber seine Videos kursieren bis heute im Darknet, wie viele andere Snuff-Filme. Ein Snuff-Film bezeichnet eine Art von Videoaufnahmen, die Morde dokumentieren und der Unterhaltung oder sexuellen Erregung des Zuschauers dienen.

  • Auftragsmorde leicht gemacht
    Ein Redakteur von watson hat dem Netzwerk einen Besuch abgestattet, um zu sehen, wie viel an den Gerüchten dran ist. Tatsächlich hat er all die Dinge gefunden, die wir im Darknet vermutet hätten. Besonders geschockt war er von einem angeblich erfahrenen Anbieter, der von sich behauptet, dass er für 7.000 bis 15.000 Euro Menschen „aus dem Weg räumt“, sogar bei der Todesart gibt es Auswahl. Ein Hacker verspricht, auf jeden Rechner Zugriff zu finden und Personen privat und finanziell zu ruinieren.

    Es gibt sogar ein sogenanntes „Assassination Market“ (Markt der Morde), wo anonyme Nutzer wie bei einem Crowdfunding-Projekt für den Kopf einer bekannten Person Geld spenden können, damit auf diese ein Attentat verübt wird. So erreichte beispielsweise Barrack Obama ganze 35.000 US-Dollar. Sogar auf den Todestag kann gewettet werden.

Der nichtsahnende Nutzer wird zum Komplizen – und sonstige Gefahren des Darknets

So ein Netzwerk ist nicht nur beängstigend, sondern auch sehr polarisierend und weckt natürlich auch die Lust auf Nervenkitzel. Wenn Du Dich jedoch dazu entschließt, Dich im Darknet mal umzusehen, musst Du genau wissen, worauf Du Dich da einlässt.

Zwar sind Deine Wege durch Tor verschlüsselt, allerdings wird durch die vielen Stationen, die Deine Daten auf dem Weg zum Ziel passieren, allerlei illegales Material geschleust. Davon bleibt, wenn Du in das Netz involviert bist, auch Dein eigener Computer nicht verschont! So kannst Du ohne es zu merken zum Komplizen eines Vergewaltigers oder Mörders werden, der seine perversen Aufzeichnungen über Deinen Rechner verbreitet! Abgesehen davon, dass Du sicher keinen brutalen Verbrecher unterstützen möchtest, kannst Du dadurch auch selbst in die Schusslinie geraten. Wenn die Verbindungen aufgeschlüsselt werden, bist auch Du Teil des Ganzen. Außerdem läufst Du ebenfalls Gefahr, Dein Gerät mit verschiedensten Viren und anderen Gefahren zu infizieren.

Allerdings ist auch im Darknet die Anonymität begrenzt: Da die Server, die die Seiten bereitstellen, über private PCs untereinander verbunden sind, gibt es auch da keine Garantie, tatsächlich unentdeckt zu bleiben. So wurde der Betreiber des als besonders sicher geltenden, rege benutzten Online-Shops „Silk Road 2.0“ festgenommen. Außerdem weißt Du nie, was Du tatsächlich bestellst, weil der Verkäufer Dir keine Garantie bietet und Du keine Möglichkeit hast, irgendwelche Rechte einzufordern. So kann es leicht passieren, dass Du bei Vorauszahlung zwar Dein Geld loswirst, aber nichts dafür bekommst und nie wieder etwas von Deinem Anbieter hörst.

„Blutroter Tod“ von Tetsuya Honda

In Tokio wird die Leiche eines Mannes gefunden, in dessen Körper zahlreiche Glassplitter stecken. Es folgen weitere Opfer, die auf dieselbe Weise sterben mussten, und dieses Meer aus Blut scheint kein Ende zu nehmen. Gut, dass Reiko Himekawa die führende Ermittlerin der Mordkommission Tokio ist. Sie ist überaus intelligent, hat eine beeindruckende Durchsetzungskraft und Stärke und sehr viel Mut. Auf ihre Intuition kann sie sich immer verlassen. Wegen ihrer besonderen Art und Arbeitsweise bekommt sie aus dem Team nicht nur Wertschätzung zu spüren, aber sie ist und bleibt die Beste auf ihrem Gebiet. Auf der Suche nach dem Täter, der für die Serienmorde verantwortlich ist, stoßen die Ermittler auf eine dunkle Webseite, die schon bald blutrote Spuren offenbart.

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