Kriminalroman

Die 5 spannendsten Schwedenkrimis

Schweden wird im Rest von Europa mit vielen Dingen assoziiert: hellblonde Haare, die Heimat der Elche, wunderschöne, naturbelassene Landschaften. Viele (Nord-)Deutsche entspannen sich gerne im Schweden-Urlaub – und wer es nicht ganz über die Ostsee nach Skandinavien schafft, holt sich ein etwas anderes Stück Schweden zu sich, für welches das Land ebenfalls Berühmtheit erlangt hat – und zwar Schwedenkrimis. Einige der beliebtesten und spannendsten Krimis kommen aus dem Land der roten Holzhäuschen, und deshalb haben wir Dir in diesem Artikel unsere 5 momentan liebsten Schwedenkrimis zusammengestellt.

Tödliche Grüße aus dem Land der Elche!

Mit dem Ermittlerduo Ingrid Nyström und Stina Forss haben die beiden Autoren der Reihe, Roman Voosen und Kerstin Signe Danielsson, zweifellos ihre ganz eigenen Eindrücke vom wunderschönen Schweden mit einfließen lassen. Denn die (fiktiven) Ermittler arbeiten dort, wo auch ihre (sehr realen) Erfinder zeitweise leben und schreiben: In Växjö, einer Universitätsstadt in Südschweden und selbsternannte „grünste Stadt Europas“. In diesem Doppelband sind die ersten beiden Werke der Autoren und gleichzeitig die ersten beiden Romane der Reihe um Nyström und Forss, „Später Frost“ und „Rotwild“, enthalten.

Doch schon in ihrem ersten gemeinsamen Fall müssen die erfahrene Kommissarin Ingrid Nyström und vor allem die frisch in das Land gezogene Polizeibeamte Stina Forss feststellen, dass auch im idyllischen Schweden nicht immer alles ganz so grün ist. Kaum haben die beiden sich kennengelernt, kommt schon ein ernster Fall auf das ungleiche Paar zu: der hochintelligente Insektenforscher Balthasar Melchior wird tot in einem Gewächshaus aufgefunden. Die Leiche wurde verstümmelt. Bei ihren Ermittlungen finden die beiden Kommissarinnen etliche Spuren – wurde Melchior vielleicht erpresst? Verzweigte Handlungsstränge, die unter anderem im Jerusalem des Jahres 1948 spielen, führen „Später Frost“ zu immer überraschenden Wendungen und somit zu einem gelungenen Schwedenkrimi.

Auch „Rotwild“, der zweite Fall des Duos, weiß zu begeistern. Dieses Mal bekommen die Ermittlerinnen es mit einem Mord zu tun, der sie allem Anschein nach mit einem religiösen Ritualmord konfrontiert: Am Seeufer im Wald in der Nähe von Växjö wird die Leiche eines Lehrers tot aufgefunden. Sein Körper wurde mit Pfeilen durchbohrt, und anschließend nackt an einen Baum gebunden. Es ist ein Bild wie bei frühchristlichen Märtyrern. Kurz darauf wird die Wand der Domkirche auch noch mit seltsamen Zeichen verunstaltet – und damit der Beginn einer ganzen Reihe von Opfern eingeleitet. Die erfahrene und besonnene Ingrid Nyström und die voreilige Stina Forss verschlägt es für diesen Fall in den Norden Schwedens und sogar über die Grenzen des Landes hinaus. So werden die typischen Elemente eines Schwedenkrimis in „Rotwild“ mit neuen, aufregenden Handlungssträngen und vor allem sehr gut recherchierten Hintergründen kombiniert, die das Buch so spannend machen.

Menschenmagnet Stockholm, die Hauptstadt Schwedens. Hierhin verschlägt es auch den Protagonisten von Jens Lapidus Roman, Johan „JW“ Westlund. Sein erklärtes Ziel: in der Stockholmer Oberschicht mitmischen – und nach einem eindeutigen Angebot seines Bosses auch, in der kriminellen Karriereleiter ganz nach oben zu klettern. Vom (schwarzarbeitenden) Taxifahrer zum Drogenboss. Mit einem außerordentlichen Gespür für die zwielichtigen Machenschaften gelingt es ihm auch, sich langsam einen Namen in der örtlichen Szene zu machen. Doch JW wird noch von einem weiteren, tiefgründigen Ziel vorangetrieben, mit dem er vielleicht nur in der Nachtszene der Stadt Erfolg haben kann: der Suche nach seiner Schwester. Vor vier Jahren ging sie nach Stockholm, auf der Suche nach einem besseren Leben, und verschwand kurz darauf spurlos. Und JWs einziger Anhaltspunkt ist der Fremde, den sie hier kurz vor ihrem Verschwinden kennenlernte. Der Fahrer eines gelben Ferraris…

In „Spür die Angst“ werden die typischen Elemente eines Schwedenkrimis neu interpretiert. Kein mürrischer Kommissar leiht uns die Sicht aus seiner Perspektive, um die Geschehnisse zu analysieren und die Rätsel zu lösen. Stattdessen setzt Jens Lapidus auf einen frischeren Ansatz, der sich trotzdem so spannend liest wie jeder andere Krimi. Natürlich spielt auch die Polizei eine Rolle, allerdings eine eher untergeordnete. Der Fokus liegt in diesem Roman definitiv auf der anderen Seite des Gesetzes. Und genau das macht diesen Thriller auch so überzeugend – dass er der harten Realität damit so nah kommt.

Ein vermisster Junge wird tot im Wald aufgefunden. Es ist Roger, Schüler des örtlichen Elitegymnasiums, und er wurde brutal ermordet. Seine Leiche ist verstümmelt worden, das Herz wurde ihm herausgerissen. Die hiesigen Polizeibeamten, zu sehr mit ihren persönlichen Problemen beschäftigt, um die Tat zu verhindern. Polizeichefin Hanser sieht dies als gravierendes Versagen in den eigenen Reihen und beordert deshalb Verstärkung aus Stockholm. So gelangt Torkel Höklund, leitender Mordkommissar der Reichspolizei, in die Provinzstadt Västerås – und trifft dort auf einen alten Bekannten, den brillanten Kriminalpsychologen Sebastian Bergman. Dieser Zufall führt das einstige Team wieder zusammen. Denn obwohl Bergman ein wahrer Kotzbrocken ist, von den anderen Beamten offen verschmäht wird und beim Mordkommissar selber bestenfalls gemischte Gefühle auslöst, wird seine freiwillig angebotene Hilfe bald für Höklunds Team unverzichtbar. Bald schon stellt sich eines klar heraus: in Västerås verbirgt sich weit mehr, als die Polizisten zuvor vermutet hätten…

Ein ungleiches Duo mit gemeinsamer Vergangenheit findet in diesem ersten Fall aus der Autorenfeder von Michael Hjorth und Hans Rosenfeldt wieder zusammen – und dies wahrlich fulminant, mit gekonnter Charakterzeichnung und schnellen Perspektivenwechseln, die definitiv Lust auf mehr machen.

Mikael Bergstrand setzt sich in "Flucht ins Dunkel" mit einem hochaktuellen Thema auseinander: Flüchtlingspolitik. Der Roman folgt der jungen Journalistin Leyla Abdallah, die Recherche zu der neu gegründeten Partei „Humanistische Alternative“ betreibt. Diese Partei setzt sich für illegale Geflüchtete in Schweden ein. Leyla selbst ist eine Geflüchtete, mittlerweile vollständig integriert in ihrer neuen Heimat und oft als Vorzeigemodell verwendet. Doch als ein Mord an dem afghanischen Familienvater Osman Faqiri ihre Heimatsstadt Malmö erschüttert, beginnt Leyla sich zu fragen, ob diese Tat wirklich ‚nur‘ einen rechtsextremistischen Hintergrund hat. Ihre tiefer gehenden Recherchen treiben sie schließlich in die Aufdeckung von so einigen Ungereimtheiten und einem lang gehüteten Geheimnis. Und was hat die Vorsitzende der „Humanistischen Alternative“, die ehemalige Schauspielerin Josefin Mjörner, eigentlich mit all dem zu tun?

Mit dem Prinzip von „Kommissar jagt Mörder“ wird auch in Flucht ins Dunkel erfolgreich gebrochen. Mikael Bergstrand verwebt eine Familiengeschichte gekonnt mit politischen Machenschaften und realistisch gezeichneten Figuren. Das politische Thema ist nicht nur schwedisch, sondern europäisch oder gar universell – und hebt wegen der überzeugenden Umsetzung den Roman deshalb klar und überzeugend aus der Masse an existierenden Schwedenkrimis ab.

Ebenfalls um einen Journalisten dreht sich Per Johanssons Roman "Der Sturm". Sein Name ist Ronny Gustafsson, und er schreibt eigentlich für eine Lokalzeitung im Süden Schwedens. Als er jedoch eines Tages auf einen rätselhaften Toten in einer Scheune trifft, der schon zu Lebezeiten fehl an diesem trostlosen Ort gewesen wäre, ändert sich sein tristes Leben schlagartig. Der Tote, wie sich nach schwieriger Recherche herausstellt, ist ein deutscher Journalist – und so stolpert Ronny Gustafsson geradezu in eine internationale Verschwörung, die Spur führt von Schweden nach Berlin und sogar nach Amerika an die Wallstreet. Dort sind zwischendurch Machenschaften in Gang getreten, von denen niemand in der schwedischen Provinz auch nur geahnt hätte. An die Grenzen seiner investigativen Fähigkeiten gestoßen, holt Ronny sich schließlich die Hilfe von alten Freunden und Kollegen zu Studienzeiten aus Berlin und Paris. Doch der Tote in der Scheune soll nicht der einzige bleiben…

Hinter dem Pseudonym Per Johansson stecken das deutsche Autorenduo Thomas Steinfeld und Martin Winkler. Mit besonders literarischer Handwerkskunst haben die beiden Autoren, die teilweise eigene journalistische Erfahrungen mit sich bringen, einen international angehauchten Schwedenkrimi geschaffen, der eng an der Gegenwart gehalten ist und an Spannung definitiv mit den „originalen“ Schweden mithalten kann.

Urlaub in Schweden: wo die besten Krimis spielen

Schweden ist ein sehr gastfreundliches Land. Sowohl die großen Metropolen wie Stockholm oder Malmö als auch die weite Landschaft laden ein, das Land zu erkunden und dort zu verweilen. Ganz egal wofür man sich entscheidet: der Schweden-Urlaub lohnt sich garantiert.

Von Deutschland aus erreicht man das Land, sofern man nicht mit dem Flieger anreisen möchte, entweder per Fähre (eine beliebte Linie ist zum Beispiel, von Schleswig-Holstein aus startend, Lübeck-Travemünde nach Trelleborg) oder über die Brücke, die die dänische Hauptstadt Kopenhagen mit Malmö verbindet. Bereits hier lohnt es sich, zu verweilen: Malmö ist eine der größten Städte Schwedens und hat einiges zu bieten. Besonders beliebt in Malmö ist das Sightseeing. Sowohl die zentralen historischen Gebäude wie das Rathaus und die St. Petri-Kirche sind einen Blick wert, als auch der Turning Torso, der mit 190m das höchste Gebäude Nordeuropas ist. Das Besondere an diesem Turm: seine Fassade dreht sich einmal um 90 Grad. Seit er 2005 erbaut wurde, ist er das Wahrzeichen der Stadt.

Die größte Stadt mit knapp 2,2 Millionen Einwohnern und zugleich Hauptstadt Schwedens ist jedoch Stockholm. Das besondere an ihr ist, dass sie beinahe komplett von Wasser umgeben ist – denn Stockholm wurde auf vielen kleinen (Halb-)Inseln errichtet. Da Schweden die Staatsform einer parlamentarischen Monarchie hat, wird das sich in Stockholm befindliche Königliche Schloss noch heute zu repräsentativen sowie zeremoniellen Zwecken gebraucht. Auch wenn es nicht mehr von der Königsfamilie bewohnt wird (diese residiert seit 1983 in Schloss Drottningholm in der Gemeinde Ekerö, nicht weit von Stockholms Zentrum entfernt), ist es doch ein imposantes Bauwerk, bei dem ein Besuch sich lohnt. Vor allem die tägliche Wachablösung um 12:15 bzw. 13:15 (sonntags) ist eine beliebte Touristenattraktion. Aber auch der Rest von Stockholm ist einen Besuch wert. Es gilt als modernes Kulturzentrum mit vielen Restaurants, Bars und Kneipen, aber auch spannenden Museen (wie zum Beispiel das ABBA-Museum für Popmusikbegeisterte) oder eine Bootstour in die Schärengärten sind beliebte Ausflugsziele, die vieles zu bieten haben. 

Doch nicht nur die schwedischen Städte ziehen die Urlauber an. Auch die Natur des Landes hat einiges zu bieten. Vor allem die großen Binnenseen im Südwesten von Schweden sind ein beliebtes Reiseziel. Alleine der größte See Schwedens, Vänern (deutsch: Väner- bzw. früher auch Wenersee), hat eine Fläche von über 5500 km², und im direkten Umland finden sich einige wunderschöne Naturschutzgebiete. Übrigens: in Schweden gilt das sogenannte Allemansrätt (Jedermannsrecht), das es ermöglicht, ohne besondere Pilze und Pflanzen im Wald zu pflücken, solange diese nicht unter Naturschutz stehen. Auch wird dadurch das Zelten in der freien Natur grundsätzlich für bis zu zwei Nächte an einem Ort erlaubt. Trotzdem sollte man sich vor einem Besuch schlau machen, wo und wie genau das Jedermannsrecht gilt. Vor allem das Angeln fällt in Schweden nicht unter dieses Gesetz.

Wer dann so richtig Natur pur erleben möchte, der sollte sich Nordschweden nicht entgehen lassen. Hier werden die großen Städte spärlicher, und dafür die Temperaturunterschiede immer höher: zwischen 30° Celsius im Sommer und bis zu -40° Celsius im Winter ist in Schwedisch Lappland alles möglich. Dafür kann man hier in der eigens dafür erbauten Aurora Sky Station das Nordlicht beobachten, im Icehotel bei -5° Celsius auf Eisbetten übernachten, sowie im Hochsommer die Mitternachtssonne erleben.

Wo auch immer es Dich im Schweden-Urlaub hin verschlägt, jede Region ist einen genaueren Blick wert. Besonders stilecht wird es, wenn man dabei in einem netten kleinen Ferienhäuschen im roten Schwedenstil oder auf einem Hausboot übernachtet, die man fast überall anmieten kann. Auch Camping- und Wandertrips sind allseits beliebt. Am besten mit einem guten Schwedenkrimi im Gepäck.

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